Liebe*r Leser*in unseres Newsletters!

die Aidshilfe Köln hat die Herausforderungen angenommen, die sich für die Aufrechterhaltung unserer Angebote bei gleichzeitigem Gesundheitsschutz unserer Klient*innen, Kund*innen und Mitarbeiter*innen stellen. Sie finden unsere darauf angepassten Angebote der Beratung und Prävention auf unserer Homepage hier.

Das Corona-Virus wird per Tröpfchen-Infektion übertragen, deshalb gilt heute und sicher noch einige Zeit: Kontakte nur mit Maske und Sicherheitsabstand von 1,50 Meter. Vorteil der Grundregel: Jede und jeder kann so für den eigenen Gesundheitsschutz sorgen – Termine für persönliche Gespräche bei uns im Haus bedürfen daher bis auf Weiteres ausnahmslos einer Terminvereinbarung, um die Abstandsregel umsetzen zu können.

Der Kontakt zu Klient*innen lässt sich in vielen Fällen telefonisch oder digital aufrechterhalten. Gleichzeitig intensivieren sich Kontakte zwischen Berater*innen und Klient*innen bei abgesprochenen Kontakten in den Wohnungen von Klient*innen, bei uns oder auch beim gemeinsamen Spaziergang in der Sonne, den manche aus Angst und Unsicherheit alleine erst gar nicht antreten würden.

Der größte Teil der von uns betreuten Menschen verfügt über wenig Geld! 800 Euro im Monat sind dann eine Herausforderung, wenn das knappe Geld auch für Gesichts-Masken und sonstigen Gesundheitsschutz eingesetzt werden muss. Viele haben sich gefreut, dass wir bei Terminen als Gastgeschenk ein oder zwei dieser wichtigen Masken mitgebracht haben! Fällt einem die Decke auf den Kopf, weil man viel Zeit in der kleinen und beengten Wohnung verbringen muss, braucht es soziale Kontakte, den gemeinsamen Spaziergang, manchmal auch ein zusätzliches Geschenk-Paket mit Lebensmitteln oder auch den Eimer Farbe, um so die Isolierung für den längst fälligen Anstrich zu nutzen und sich an den frischen Farben im Wohnbereich zu freuen.

Für uns alle sind persönliche Alltagskontakte wie in der Kneipe, bei Veranstaltungen und im privaten Rahmen weggefallen. Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, spüren diesen Verlust noch deutlicher! Manche bemerken gerade jetzt ihre Einsamkeit oder stellen fest, dass Sexualität, die viele Jahre zum Tagesablauf dazu gehört hat, plötzlich mangels Kontaktmöglichkeiten zum Thema wird. Schon ist zu bemerken, dass sexuelle Kontakte im Kontext von Corona kritischer kommentiert und bewertet werden. Menschen werden Nähe, Zuwendung und Austausch brauchen, wenn sie nicht mit schwer beschädigten Seelen aus der Pandemie herauskommen wollen. Für den Einen und die Andere werden auch Sexualkontakte dazugehören, romantische Begegnungen stattfinden, die große Liebe gerade jetzt über den Weg laufen. Gesundheitsschutz wird dann in eigener Verantwortung neu entschieden.

Klug, informiert und angemessen mit Gesundheitsrisiken in Bezug auf HIV, sexuell übertragbare Infektionen und dem Corona-Virus umzugehen, setzt voraus, dass ich für die eigene Gesundheitsstrategie jetzt Unterstützung durch Information und Präventionsbotschaften bekomme, auf die verschiedenen Beratungsangebote zurückgreifen kann, die es glücklicherweise in einer Stadt wie Köln gibt. Dass Vorfreude die schönste Freude sein soll, kann man schon damit widerlegen, dass es über Jahrhunderte trotz allem zu ungewollten Schwangerschaften gekommen ist, trotz aller Regelwerke, die erdacht wurden, das zu verhindern. Georgette Dee hat zu solchen Fragen gerne gesagt: „Nicht weniger ist mehr – sondern mehr ist mehr!“ Hunger, Durst und das Bedürfnis nach Nähe und Sexualität sind glücklicherweise eher vom Gefühl als vom Verstand gesteuert. Jeder von uns kennt das, angesichts einer angebrochenen Tafel Schokolade auf dem eigenen Wohnzimmer-Tisch…

Unsere Präventions- und Beratungs-Angebote sind gerade unter der Corona-Pandemie und mit den Vorgaben zum Gesundheitsschutz für alle (Maske und Abstand) gefragt, in Bezug auf gelebte Sexualität eine Hilfe für die individuelle Gesundheitsstrategie beim Sex. Nutzen Sie die Angebote gerne!

Das Setting unserer Angebote hat sich zum Schutz aller geändert, der Inhalt ist der Gleiche geblieben! Mit dem Herz in unserem Logo heißen wir Rat- und Information-Suchende auch weiterhin willkommen! Aus über dreißig Jahren wissen wir um die unterschiedlichen Lebensrealitäten, diese Vielfalt schätzen wir.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund und munter!

Ihr Michael Schuhmacher
Geschäftsführer

ALLGEMEIN

Aids ist eine Lüge ….

Diesen Satz haben Unbekannte auf den Bürgersteig der Aidshilfe Köln in der Beethovenstraße gesprüht. Statt dies unkommentiert so stehen zu lassen, hat die Aidshilfe eine digitale Kampagne entwickelt und den Satz um zum Teil provokante Zusätze ergänzt. In der letzten Woche wurden diese unterschiedlichen Sätze auf den sozialen Medien des Vereins gepostet, um die Leute zum Nachdenken anzuregen und in eine Diskussion zu treten. Mehr zu der Aktion findest du hier.

Aidshilfe und Checkpoint starten #WirfürCommunity Kampagne

Die Corona-Pandemie hat das Leben in der Community wochenlang zum Stillstand gebracht. Kneipen, Saunen, Bars, Sportstudios, Clubs, alles hatte zu und unterliegt noch weitreichenden Beschränkungen. Auch die verschiedenen Träger in dem Bereich können ihre Angebote nur eingeschränkt anbieten. Prävention und Beratung müssen neu gedacht und angepasst werden, um weiter ansprechbar zu sein. Die Aidshilfe Köln und der Checkpoint sind sehr schnell mit Alternativen wie dem Community-Phone oder telefonische Sprechstunde am Start gewesen. Dennoch ist noch nicht absehbar, wie lange Corona Einfluss auf das Leben haben wird. Das schlägt sich natürlich auf die Stimmung nieder. Nicht nur für MSM (Männer, die mit Männern Sex haben) sind Community-Treffpunkte überwiegend wochenlang geschlossen. Groß-Veranstaltungen wie der ColognePride sind schon verschoben und ob er im Oktober stattfinden wird, ist noch ungewiss. Von jetzt auf gleich sind viele der üblichen Kontaktwege unterbrochen worden.

Deswegen will die Aidshilfe Köln und der Checkpoint gemeinsam im Sommer zur Zeit des eigentlichen ColognePride für einen Hoffnungsschimmer sorgen und die Community verbinden. Von Ende Mai bis Ende Juli startet die Kampagne #WirfürCommunity. Das Engagement für die Community und für einzelne Mitglieder einer bis dahin gut vernetzten Szene soll gewürdigt werden. Da die Aidshilfe Köln in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiert, verzichtet der Verein auf Geschenke und beschenkt stattdessen gemeinsam mit dem Checkpoint in diesen schwierigen Zeiten die Community mit einem funkelnden Dankeschön.

Ausgezeichnet werden Menschen oder Organisationen/Gruppen, die sich für die Community und deren Mitglieder einsetzen. Zum Beispiel Menschen, die andere Menschen versorgen, die in Quarantäne sind oder zur Risikogruppe gehören. Oder beispielsweise der Szene-Wirt, der versucht, trotz Schließung und Auflagen Begegnungen zu ermöglichen, ein offenes Ohr für seine bisherigen Gäste hat. Oder sei es ein*e Künsterler*in, der*die sich darum kümmert, dass den Leuten nicht die Decke auf den Kopf fällt und Beiträge ins Netz stellt, die Freude bereiten.

Neben dem Vorstand der Aidshilfe Köln soll auch die Community bei der Ernennung eingebunden werden. Jede*r kann Menschen vorschlagen, die ausgezeichnet werden sollten. Einfach eine Mail mit einer kleinen Begründung an wirfuercommunity@aidshilfe-koeln.de schicken. Die Bekanntgabe und Vorstellung der Preisträger*innen erfolgt einmal pro Woche.

Test und Beratungsangebot wieder offen

Seit dem 04.05.2020 ist das Test- und Beratungsangebot des Checkpoints wieder offen! Allerdings vergeben wir nun feste Termine, damit es keine Wartezeiten mehr gibt und es herrscht Maskenpflicht. Termine können telefonisch gemacht werden in den Zeiten: Mo-Fr, 10-13 Uhr & 14-16 Uhr via 0221/2020380. (Anonym vom Handy mit #31#02212020380). Alle Details und was-zu-beachten-ist auf www.schnell-test.de

Unter der 19411 erreichst du die Aidshilfe

Da aktuell keine persönlichen Beratungen stattfinden können, hat die Aidshilfe Köln für alle Ratsuchenden, die ein Anliegen zum Thema HIV und sexuell übertragbare Infektionen haben, die Hotline 0221/19411 freigeschaltet. Täglich von 10 bis 13 Uhr und montags bis mittwochs von 19 bis 21 Uhr sitzen Berater*innen am Hörer, beantworten Fragen und bieten Hilfe an. In dieser Zeit können sich auch Klient*innen aus der Betreuung melden, wenn sie einen akuten Betreuungsbedarf haben. Allerdings werden sie regelmäßig von den Berater*innen kontaktiert, um die nötigsten Anliegen zu beheben.

IDAHOBIT 2020 – Die Web-Show!

Am Sonntag ist es wieder soweit: Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- und Queerfeindlichkeit steht an. Anders als in den letzten Jahren werden wir uns nicht am Dom treffen, sondern wegen der Corona-Beschränkungen startet die erste IDAHOBIT-Web-Show am 17. Mai 2020 um 17 Uhr live bei FB, Instagram: cologneprideofficial oder auch YouTube: ColognePride und wir sind mit dabei. Freut auch auf interessante Gäste, die Show und beteiligt euch interaktiv per Chat untereinander und mit den Gästen. Die Veranstaltung findet ihr hier.

Aidshilfe jetzt auch bei Instagram

Mit der ‚Aids ist eine Lüge Kampagne‘ hat die Aidshilfe Köln ihr Profil auf Instagram gelauncht. Damit ist der Verein auch auf dieser Plattform angekommen. Also liken, was das Zeug hält, damit sich auch hier die Community vernetzen kann.

Save the Date: „Namen und Steine“ soll stattfinden

Auch wenn der ColognePride verschoben werden musste, planen wir wie gewohnt, unsere Gedenkveranstaltung „Namen und Steine“ am „Kalten Eck“ am 26. Juni 2020 um 18 Uhr durchzuführen. „Namen und Steine“ ist Kölns meistbetretene Kunstinstallation. Über 100 Steine mit Namen von an Aids verstorbenen Menschen sind in den letzten Jahren bereits in die Kunstinstallation „Kaltes Eck“ am Rheinufer in der Markmannsgasse eingelassen worden. Der Künstler Tom Fecht begann in den 1990er Jahren mit seinem Projekt. An zahlreichen öffentlichen Plätzen in ganz Europa hat er diese Kunstinstallationen eingelassen. Dieses Jahr wollen wir besonders an einen der Gründerväter der Aidshilfe Köln, Jean-Claude Letist, erinnern, der in diesem Jahr 30 Jahre tot ist. Wir werden allerdings auch der aktuellen Situation Rechnung tragen und bitten aus diesem Grund um eine Anmeldung unter info@aidshilfe-köln.de Betreff „Namen und Steine“. Da wir nur eine begrenzte Zahl an Teilnehmenden zulassen dürfen, dazu herrscht Maskenpflicht und wir werden keine Blumen bereitstellen. Wenn ihr Blumen niederlegen wollt, bitten wir diese selber mitzubringen. Dennoch freuen wir uns, wenn ihr gemeinsam mit uns gedenken wollt.

Alles auf einen Blick: Angebote in Köln und Umgebung für schwule Männer und MSM, die Substanzen konsumieren

Der unter anderem von der Aidshilfe Köln ins Leben gerufene Qualitätszirkel „Lust + Rausch“ stellt seit Januar 2020 eine Online-Karte mit allen Einrichtungen in Köln und Umgebung, die ein Angebot für Chemsex User*innen oder für MSM mit Substanzkonsum anbieten, bereit. Die Karte beinhaltet alle Einrichtungen, Gruppen und Kliniken, die sich aktiv am Qualitätszirkel beteiligen. Der QZ „Lust + Rausch“ trifft sich jährlich mehrmals in Köln, um seine Angebote zu verbessern sowie bekannter zu machen und somit der Zielgruppe bestmögliche Unterstützung bieten zu können.

Da die Karte stetig weiterentwickelt wird, ist sie der ideale Wegweiser bei der Suche nach passender Hilfe für konsumierende homosexuelle Männer und MSM. Um dieses Ziel weiter aufrechtzuerhalten, gibt es die Überlegung, noch weitere Einrichtungen zur Karte hinzuzufügen.

Damit die Karte relativ schnell vielen Substanzgebraucher*innen zugänglich wird, kann sie auf allen Homepages der teilnehmenden Organisationen des Qualitätszirkels integriert werden. Darüber hinaus ist geplant, Flyer mit dem entsprechenden QR-Code in den teilnehmenden Einrichtungen und bei weiteren Kooperationspartnern auszulegen. Die Karte ist unter anderem unter folgendem Link abrufbar: www.aidshilfe-koeln.de/angebote/drogenhilfe.

SPENDEN

Jede Spende hilft!

Jede Spende ermöglicht uns, die Angebote und Projekte der Aidshilfe Köln aufrechtzuerhalten. Für viele unserer Angebote erhalten wir Förderungen durch die öffentliche Hand. Diese reichen jedoch bei weitem nicht aus, um die Arbeit zu finanzieren. Über 300.000 Euro müssen wir jährlich für unsere Projekte aus eigenen Kräften aufbringen – durch Spenden.

Spendenkonto
Aidshilfe Köln
Bank für Sozialwirtschaft
DE51 3702 0500 0007 0160 00
SWIFT-BIC: BFSWDE33XXX
oder ganz bequem online per Einzugsermächtigung.

Verantwortlich für den Inhalt: Erik Sauer und Benjamin Scholz
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