„Gute Freunde wissen Bescheid, dass ich positiv bin. Ich bin aber in all den Jahren damit nicht hausieren gegangen. Die Notwendigkeit bestand auch nicht. Guten Freund:innen habe ich es gesagt. Das wurde sehr gut aufgenommen.“
Uwe, 58 Jahre aus Duisburg
Technischer Angestellter bei der Stadt, seit über 20 Jahren HIV-positiv
Interview
Du arbeitest bei der Stadt. War oder ist das dort ein Problem, als HIV-positiver Mensch zu arbeiten?
Uwe: Es ist bisher gar nicht publik geworden, spielt eigentlich im Berufsleben keine Rolle. Vorgesetzte und Kollegen wissen, dass ich mich ehrenamtlich bei Posithiv handeln NRW engagiere. Das ist bekannt und wird geschätzt. Mir ist aber noch nie die Frage gestellt worden, ob ich selber positiv bin.
In welchen Situationen erlebst du heutzutage noch Diskriminierung?
Uwe: Im Vergleich zu den letzten Jahren hat Diskriminierung und Stigmatisierung etwas nachgelassen, meiner Meinung nach. Das war bis vor einigen Jahren wesentlich gravierender. Gerade im medizinischen Bereich habe ich es erlebt. Da, wo man es eigentlich gar nicht erwartet, weil man denkt, Mediziner sollten doch gut ausgebildet und auf dem besten Wissenstand sein. Ist aber leider nicht so und da habe ich Diskriminierung erlebt. Was dann für mich persönlich deutlich deprimierende Situationen waren.
In deinem Job ist deine Infektion kein Thema. Wie ist das in deinem Freundeskreis, wie hat man damals reagiert, als du ihnen gesagt hast, dass du HIV-positiv bist?
Uwe: Gute Freunde wissen Bescheid, dass ich positiv bin. Ich bin aber in all den Jahren damit nicht hausieren gegangen. Die Notwendigkeit bestand auch nicht. Guten Freund:innen habe ich es gesagt. Das wurde sehr gut aufgenommen. Mir wurden viele Fragen gestellt, was das positive Leben angeht. Und ich muss sagen, in den letzten zehn Jahren, seit man weiß „n = n“, also nicht nachweisbar gleich nicht übertragbar, hat sich da noch einmal sehr viel geändert. Im Bekanntenkreis und Freundeskreis habe ich eigentlich keine Probleme.