Was sind sexuell übertragbare Infektionen (STI)?

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) werden durch Viren, Bakterien und Pilze beim Sex übertragen. In vielen Fällen machen sich STI nicht durch eindeutige Krankheitszeichen bemerkbar.

Die meisten STI lassen sich gut und effektiv behandeln, wenn sie rechtzeitig erkannt werden und sich auch die Sexpartner mitbehandeln lassen.

Außerdem können Kondome in einigen Fällen das Übertragungsrisiko verringern, und gegen manche STI, z.B. Hepatitis A /B und Humane Papilloma-Viren gibt es eine Impfung. Durch sexuell übertragbare Erkrankungen steigt das Infektionsrisiko für HIV stark an, weil die HI-Viren leichter eindringen können, wenn die Schleimhäute durch eine sexuell übertragbare Infektionen gereizt oder geschädigt sind.

Verdächtige Symptome von STIs

Bei folgenden Symptomen, solltest du jedoch unbedingt beim Arzt/ bei einer Ärztin die Ursache abklären, da sie auf eine sexuell übertragbare Infektion hinweisen:

  • Ausfluss aus der Harnröhre, Vagina oder Hintern
  • Brennen beim Pinkeln
  • Bläschen oder kleine Geschwüre an Vagina, Penis, Hintern oder Mund
  • Hautveränderungen, zum Beispiel Rötungen oder Ausschläge
  • geschwollene Lymphknoten

Die häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen

Der Tripper ist eine sexuell übertragbare Erkrankung, die durch Bakterien verursacht wird. Die Bakterien werden übertragen, wenn frisches, infektiöses Sekret auf Schleimhäute gerät.

Die entsprechenden Schleimhäute finden sich

  • in der Augenbindehaut
  • im Rachen
  • in der Harnröhre
  • in der Vagina (Gebärmuttermund)
  • im Enddarm

An allen genannten Schleimhäuten können Krankheitsanzeichen auftreten, wenn diese mit Erregern, die über Schleimhautkontakt übertragen werden, in Berührung gekommen sind.

Dies bedeutet, dass ein Tripper bei ungeschütztem Vaginal- und Analverkehr, beim Oralverkehr und über Schmierinfektionen übertragen wird.

Krankheitsanzeichen

Wenn Krankheitszeichen auftreten, zeigen sie sich ungefähr drei bis sieben Tage nach der Ansteckung an der Übertragungsstelle.
Bei einer Entzündung des Gebärmuttermundes kann es es zu Ausfluss kommen.

Bei einer Ansteckung der Harnröhre kann es zu Brennen und Jucken beim Pinkeln kommen.

Eine Ansteckung des Enddarms bleibt fast immer ohne Symptome, ebenso eine Ansteckung des Rachens (ggf. Halsschmerzen).

Wenn die Bakterien in die Augen gelangen, kann sich eine eitrige Bindehautentzündung entwickeln.

Bei einem großen Teil der Infizierten sind die Anzeichen so gering, dass sie kaum bemerkt werden. Trotzdem kann die Infektion weitergegeben werden.

Spätfolgen

Unbehandelte Infektionen können sich ausbreiten und bei beiden Geschlechtern zu Unfruchtbarkeit führen. Eine Spätfolge können auch Gelenkentzündungen sein.

Behandlung und Schutz

Die Infektion kann durch einen Abstrich oder eine Urinuntersuchung festgestellt werden. Ein Tripper kann mit Antibiotika gut behandelt werden. Es ist sehr wichtig, dass auch der Partner oder die Partnerin behandelt wird, da es sonst zu sogenannten Ping-Pong-Infektionen kommt.

Kondome können das Infektionsrisiko beim Anal- und Vaginalverkehr um ca. 40- 60% senken, sind also aufgrund der vielfältigen Infektionswege kein sicherer Schutz.

Eine einmal durchgemachte Infektion hinterlässt keinen Schutz, das heißt man kann diese Infektion mehrmals bekommen.

Eine Chlamydien-Infektion ist eine sexuell übertragbare Erkrankung, die durch Bakterien verursacht wird. Es wird vermutet, dass diese Infektion die am häufigsten vorkommende bakterielle sexuell übertragbare Erkrankung in den Industrieländern ist. Schätzungsweise sind bis zu 10 % aller jungen Frauen in Deutschland mit Chlamydien infiziert.

Die Infektion kann unbehandelt bei beiden Geschlechtern zu Unfruchtbarkeit führen und stellt hier eine der häufigsten Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit dar.

Übertragungswege

Die Bakterien werden übertragen, wenn infektiöses Sekret auf Schleimhäute gerät. Die entsprechenden Schleimhäute finden sich

  • in der Augenbindehaut
  • im Rachen
  • in der Harnröhre
  • in der Vagina (Gebärmuttermund)
  • im Enddarm

An allen genannten Schleimhäuten können Krankheitsanzeichen auftreten, wenn diese mit Erregern, die über Schleimhautkontakt übertragen werden, in Berührung gekommen sind.

Dies bedeutet, dass der Erreger bei ungeschütztem Vaginal- und Analverkehr, beim Oralverkehr und über Schmierinfektionen übertragen wird.

Krankheitszeichen

Wenn Krankheitsanzeichen auftreten, zeigen sich diese ungefähr ein bis drei Wochen nach der Ansteckung an den entsprechenden Übertragungsstellen.

Bei einer Entzündung des Gebärmuttermundes kann es zu Ausfluss kommen. Eine aufsteigende Infektion kann zu einer schmerzhaften Entzündung der Gebärmutter und der Eileiter führen.

Bei der Ansteckung der Harnröhre kann es zu Ausfluss und Brennen beim Pinkeln kommen. Eine aufsteigende Infektion kann bei Männern zu einer schmerzhaften Entzündung der Prostata, Samenleiter und Nebenhoden führen.

Bei der Ansteckung des Enddarms kommt es kaum zu Symptomen. Auch eine Ansteckung des Rachens bleibt meistens unbemerkt oder führt zu Halsschmerzen. Wenn die Bakterien in die Augen gelangen, kann sich eine eitrige Bindehautentzündung entwickeln.

Bei bis zu 50% der Männer und bis zu 80% der Frauen sind die Anzeichen so gering, dass sie kaum bemerkt und deshalb auch nicht behandelt werden, trotzdem kann die Infektion weitergegeben werden.

Behandlung

Die Infektion kann durch einen Abstrich und eine Urinuntersuchung, z.B. beim Frauenarzt/-ärztin oder Hautarzt/-ärztin festgestellt werden.

Die Infektion wird mit Antibiotika, manchmal auch nur mit einer einmaligen Dosis, behandelt. Der Behandlungserfolg muss kontrolliert werden.
Es ist sehr wichtig, dass alle bekannten Sexualpartner bzw. Sexualpartnerinnen der letzten zwei Monate informiert werden, damit sie sich ebenfalls behandeln lassen können.

Schutz

Kondome senken das Infektionsrisiko beim Vaginal- und Analverkehr um ca. 40 – 60%, bieten aufgrund der vielfältigen Infektionswege also keinen umfassenden Schutz. Bei verdächtigen Symptomen sollte man diese unbedingt beim Arzt/bei einer Ärztin abklären lassen.

Frauen unter 25 können sich einmal jährlich kostenlos bei ihrem Frauenarzt/ihrer Frauenärztin auf Chlamydien untersuchen lassen.

Eine einmal durchgemachte Erkrankung hinterlässt keinen Schutz, das heißt man kann eine Chlamydien-Infektion mehrfach bekommen.

Da viele Infektionen symptomlos verlaufen, sind Routinechecks für sexuell aktive Menschen empfehlenswert.

Syphilis ist eine sexuell übertragbare Erkrankung, die durch Bakterien verursacht wird. Seit der Jahrtausendwende hat sich die jährliche Zahl der Neuinfektionen mehr als vervierfacht. Insbesondere innerhalb der letzten fünf Jahre ist die Zahl der Ansteckungen dramatisch gestiegen, vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben.

Übertragungswege

Die Bakterien werden übertragen, wenn sie auf Schleimhaut und/oder winzige Ris­se der Haut gelangen und dort unter Druck eingerieben werden. Eine Übertragung kann also an fast jeder Körperstelle und bei jeder Sexualpraktik, auch beim Küssen oder beim Oralverkehr, stattfinden.

Die Bakterien sind vor allem in dem zu Beginn entstehenden schmerzlosen Ge­schwür, den später auftauchenden Haut-und Schleimhautveränderungen und im Blut zahlreich vorhanden.

Da das sogenannte Erstgeschwür klein und schmerzlos und häufig auch an un­zugänglichen Stellen ist, wird es oft nicht bemerkt.

Krankheitsanzeichen

Die Erkrankung wird in Früh- und Spätsy­philis unterschieden. Diese werden jeweils noch einmal in verschiedene Stadien unterteilt.

Alle genannten Symptome können, müssen aber nicht auftreten.

Frühsyphilis

Diese Phase kann insgesamt bis zu zwei Jahren andauern. Nur in diesem Stadium besteht eine Ansteckungsgefahr. Bei einem Teil der Infizierten heilt eine Frühsyphilis auch ohne Behandlung aus.

Während des ersten Stadiums der Frühsyphilis entsteht ungefähr zwei bis sechs Wochen nach der Ansteckung ein kleines schmerzloses und hochinfektiöses Geschwür an der Eintrittsstelle der Bakteri­en. Dies kann an jeder Körperstelle der Fall sein, passiert aber am häufigsten am Penis, der Vagina, am Hintern oder im Enddarm und am Mund und an der Zunge. Auch ohne Behandlung heilt dieses Geschwür nach einigen Wochen aus, die Krankheit bleibt aber bestehen.

Wiederum einige Wochen später beginnt das zweite Stadium der Frühsyphilis. In diesem Stadium können folgende Sympto­me auftreten:

  • Hautausschlag, der sich in rötlich-braunen Flecken oder als masernähnlicher Ausschlag zeigt
  • Rötliche Warzen an den Hand-und Fußinnenflächen
  • Lymphknotenschwellungen
  • allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber
  • nässende Warzen im Genitalbereich
  • fleckenförmiger Haarausfall

All diese Anzeichen sind manchmal auch recht unauffällig. Wenn deutliche Krank­heitsanzeichen vorhanden sind, verschwin­den diese nach einigen Wochen wieder. Auch jetzt noch kann die Erkrankung von selbst ausheilen.

Bei den meisten unbehandelten Erkrank­ten geht sie jedoch nach einigen Jahren schließlich ins Spätstadium über.

Spätsyphilis

In diesem Stadium können an allen Organen des Körpers schwere Schäden auftreten. Am häufigsten kommt es zu Hautveränderungen. Diese zeigen sich in gummiartigen Knotenbildungen und der Entwicklung tiefer Geschwüre mit Gewe­bezerfall. Auch schwere Hirn-, Herz- und Gefäßschäden können eine Folge sein.

Wenn jemand gleichzeitig HIV-infiziert ist, verläuft eine Syphilis-Erkrankung häufig schneller und schwerer.

Behandlung

Eine Syphilis kann durch eine Blutun­tersuchung oder einen Abstrich aus dem Erstgeschwür und den Hautveränderun­gen festgestellt werden. Eine Behandlung ist in jedem Stadium möglich. Die Organ­schäden des letzten Stadiums können allerdings nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Der Behandlungserfolg muss mehrfach kontrolliert werden. Partner bzw. Partner­innen sollten informiert werden, damit sie sich ebenfalls behandeln lassen können.

Eine einmal durchgemachte Erkrankung hinterlässt keinen Schutz, das heißt man kann eine Syphilis mehrfach bekommen.

Schutz

Kondome können das Infektionsrisiko beim Anal- und Vaginalverkehr um etwa 60% senken, bieten also aufgrund der viel­fältigen Infektionswege keinen sicheren Schutz.

Männer, die Sex mit Männern haben, sollten sich regelmäßig (ein- bis zweimal im Jahr), auch ohne Symptome, auf Syphi­lis untersuchen lassen.

Infektionen mit Humanen-Papilloma-Vi­ren (HPV) kommen sehr häufig vor, aber nur bei wenigen Menschen entwickeln sich sichtbare Symptome. Man schätzt, dass sich ungefähr 80% aller sexuell aktiven Menschen, die meisten ohne es zu bemer­ken, einmal mit HPV angesteckt haben.

Es gibt mehrere Hundert verschiedene Virentypen, die in unterschiedliche Kate­gorien eingeteilt werden. Je nach verursa­chendem Virustyp kann die Erkrankung mit einem Krebsrisiko verbunden sein.

Krankheitsanzeichen

Der größte Teil aller Infektionen mit HPV verläuft unbemerkt. Fast immer wird das Immunsystem mit der Infektion fertig, so dass keine Symptome entstehen und auch die Viren selbst nach einigen Jahren nicht mehr nachgewiesen werden können.

Einige Virentypen verursachen Feigwar­zen. Dies sind unterschiedlich aussehende kleine Warzen, beispielsweise am Penis, in der Harnröhre, an den Hoden, den Scham­lippen, der Vagina, dem Hintern, am/im Mund.

Einige Infektionen werden von Virentypen ausgelöst, die im chronischen Verlauf zu Zellveränderungen des Gebärmutterhalses und des Enddarms führen können. Aus diesen Veränderungen können sich Krebs­vorstufen und nach vielen Jahren Krebs entwickeln.

Ca. 20 % aller Krebserkrankungen bei Frauen zwischen 25 und 35 Jahren betreffen den Gebärmutterhals. Von Krebs im Analbe­reich (Analkarzinom) sind besonders häufig HIV-infizierte Männer betroffen.

Übertragung

Die Viren werden beim Sex durch den direkten Kontakt mit den Warzen bzw. Hautveränderungen übertragen, wenn diese auf minimal verletzte Haut oder Schleimhaut gelangen. Eine Infektion ist auch möglich, wenn die sichtbaren Hautveränderungen entfernt worden sind, da in diesem Bereich Viren in der Haut ver­bleiben können. Wenn diese im Rahmen der Hauterneuerung an die Oberfläche gelangen, können kleinste abfallende Hautschuppen, die auf verletzte Haut oder Schleimhaut gelangen, zu einer Infektion führen.

Behandlung

Die Infektion selbst kann nicht behan­delt werden, das heißt die Viren können nicht durch Medikamente aus dem Körper entfernt werden. Es gibt jedoch unter­schiedliche Methoden die Warzen bzw. Hautveränderungen zu entfernen. Werden Krebsvorstufen rechtzeitig erkannt und behandelt, kann die Entwicklung von Krebs verhindert werden.

Schutz

Kondome verringern das Risiko einer Ansteckung bei Vaginal- und Analverkehr, können es aber nicht zuverlässig verhin­dern. Daher ist es wichtig, warzenähnliche Hautveränderungen abklären zu lassen und Untersuchungen zur Früherkennung in Anspruch zu nehmen.

Frauen haben ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf eine Früher­kennungsuntersuchung (Krebsvorsorge) beim Frauenarzt bzw. der Frauenärztin. Hierbei wird ein Abstrich gemacht, durch den Zellveränderungen und eventuelle Krebsvorstufen festgestellt werden können.

HIV-Schwerpunktärzte bieten für Menschen mit HIV oftmals eine Früherken­nungsuntersuchung für Analkarzinome an (Untersuchung der Analregion, ggf. mit Abstrich, ähnlich wie bei der Untersuchung des Gebärmutterhalses).

Zellveränderungen und Feigwarzen er­höhen das Risiko einer HIV-Infektion, da im entsprechenden Bereich leichter Hautrisse entstehen, durch die das HI-Virus eindrin­gen kann.

Impfung

Seit einigen Jahren wird Mädchen zwi­schen 9 und 14 Jahren eine Impfung gegen HPV empfohlen und die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Die Impfung schützt vor neun verschiedenen Virustypen. Da es noch weitere HPV-Virusty­pen gibt, die Krebs hervorrufen können, ist die jährliche Früherkennungsuntersuchung auch für Geimpfte weiterhin unerlässlich.

Der Impfstoff ist ebenfalls für Jungen ab 9 Jahren zugelassen; die Kosten der Impfung werden zurzeit jedoch von den meisten Krankenkassen noch nicht über­nommen.

Eine Hepatitis ist eine Leberentzün­dung, die verschiedene Ursachen haben kann. Manchmal wird sie durch Alkohol oder Medikamente, aber weitaus häufiger durch Krankheitserreger, wie etwa Viren, verursacht.

Es gibt unterschiedliche Hepatitisfor­men, die jeweils andere Verlaufsformen und Folgeerscheinungen haben. Um diese Formen zu unterscheiden, hat man ihnen Buchstaben zugeordnet. Hepatitis A, B, und C kommen auch in Deutschland häufig vor.

Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen, vor Hepatitis C kann man sich durch Safer Sex und Safer Use schützen.

Das Hepatitis B-Virus ist sehr wider­standsfähig und man geht davon aus, dass es beim Sex einhundertmal leichter übertragen wird als beispielsweise HIV.

Hepatitis B wird hauptsächlich auf sexu­ellem Weg übertragen. Das Virus befindet sich in fast allen Körperflüssigkeiten, das heißt im Blut, Urin, Sperma, Lusttropfen und im Speichel. Bei allen Sexualpraktiken, bei denen infektiöse Körperflüssigkeiten auf Schleimhäute oder verletzte Haut gelangen, kann man sich infizieren.

Aus diesem Grund stellen ungeschützter Vaginal-, Anal- und Oralverkehr auch ohne Spermakontakt und schon heftiges Küssen ein Infektionsrisiko dar.

Krankheitsanzeichen

Ein bis sechs Monate nach der Anste­ckung können grippeähnliche Anzeichen, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Nur ein Teil der Erkrankten bekommt auch eine Gelbsucht, das heißt die Haut und das Augenweiß färben sich gelb, der Urin wird dunkel und der Kot hell.

Die Erkrankung wird oft nicht erkannt, da die Anzeichen häufig nur geringfügig sind oder als Grippe fehlgedeutet werden.

Folgen

Bei ungefähr fünf bis zehn Prozent der Infizierten heilt die Infektion nicht aus, son­dern wird chronisch. Dies bedeutet, dass auch sechs Monate nach der Ansteckung noch Viren nachgewiesen werden können und deshalb auch die Ansteckungsfähig­keit bestehen bleibt.

Auch während einer chronischen Er­krankung können die Krankheitsanzeichen so geringfügig sein, dass man sie kaum bemerkt. Trotzdem kann das Leberzell­gewebe so geschädigt werden, dass sich hieraus eine Leberzirrhose oder Leberzell­krebs entwickelt.

Wenn die chronische Hepatitis B nicht behandelt wird, entstehen diese Fol­geschäden bei ungefähr der Hälfte der Erkrankten.

Behandlung

Sowohl die akute als auch eine chroni­sche Erkrankung kann mit virenhemmen­den Medikamenten behandelt werden.

Schutz

Da die Infektion sehr leicht übertragen wird, können Kondome das Infektionsrisi­ko zwar vermindern, eine Infektion jedoch nicht sicher ausschließen. Vor allem im Hinblick auf die möglichen Folgeschäden, sollte man sich deshalb unbedingt impfen lassen.

Die Kosten der Impfung werden für alle Jugendliche unter 18 Jahren, für beruflich gefährdete Menschen und für schwule Männer bzw. für alle, die ein Sexualleben mit höherer Infektionsgefahr haben, von den Krankenkassen übernommen.

In Deutschland leben ungefähr eine halbe Million Menschen mit einer chro­nischen Hepatitis C. Dazu kommen jedes Jahr ca. 5000 neu diagnostizierte Hepatitis C-Infektionen.

HCV wird hauptsächlich über Blut über­tragen. Deshalb sind vor allem Drogenge­braucher, die Spritzbestecke bzw. Zubehör (Löffel, Filter, Wasser) oder Röhrchen beim Sniefen gemeinsam mit anderen benutzen, gefährdet.

Eine Übertragung ist aber auch beim Sex möglich, wenn Blut im Spiel ist. Dies kann beispielsweise bei verletzungsträchtigen Sexualpraktiken, Fisten und Gruppensex passieren. Auch über gemeinsam benutz­te Gleitmitteltöpfe bzw. Dildos können die Viren übertragen werden. Ebenso erhöhen andere sexuell übertragbare Erkrankungen, die blutige Entzündungen und Schleimhautschäden verursachen, das Risiko einer Ansteckung mit Hepatitis C- Viren.

Eine Übertragung im Rahmen von Alltagskontakten ist möglich, wenn Rasierzeug, Nagelscheren und Zahnbürs­ten mit anderen geteilt werden. Wenn Hygienestandards nicht beachtet werden, kann eine Ansteckung beim Piercen und Tätowieren passieren.

Krankheitsanzeichen

Ca. 3 Wochen bis sechs Monate nach einer Ansteckung kommt es bei einem kleinen Teil der Erkrankten (10-20%) zu grippe­ähnlichen Symptomen, selten auch zu einer Gelbfärbung der Haut. Auch wenn die Infektion bei einem großen Teil der Erkrankten ohne Krankheitsanzeichen verläuft, so geht sie trotzdem bei bis zu 80% in einen chronischen Verlauf über, das heißt auch nach sechs Monaten sind noch Viren nachweisbar und können an andere weitergegeben werden. Wird die Erkran­kung nicht behandelt, kann sich dann im Verlauf vieler Jahre eine Leberzirrhose oder auch Leberkrebs entwickeln.

Wie wird eine Hepatitis C-Infektion festgestellt?

Eine Hepatitis C-Infektion wird über einen Antikörper-Suchtest (Schnelltest) nachgewiesen. Diese Antikörper werden in einem Zeitraum von bis zu 12 Wochen (in seltenen Ausnahmefällen auch länger) nach einer Ansteckung gebildet. Fällt dieser Test reaktiv aus, muss das Ergebnis durch eine Laboruntersuchung bestätigt werden.

Behandlung

Eine akute Infektion wird häufig erst einmal nicht behandelt, da einige Infekti­on von selbst ausheilen. Eine chronische Erkrankung kann mittlerweile mit neu zugelassenen Medikamenten in über 90% der Fälle erfolgreich behandelt werden.

Eine Impfung gegen Hepatitis C ist nicht verfügbar.

Eine einmal durchgemachte Infektion hinterlässt keinen Schutz, das heißt man kann sich mehrmals mit Hepatitis C anste­cken.