HIV und Aids in Köln

Jede Minute infizieren sich auf der Welt zehn Menschen neu mit dem HI-Virus und das nicht nur in Osteuropa oder auf dem afrikanischen Kontinent.  Auch in Köln ist die Gefahr noch nicht gebannt: Durchschnittlich  bekommen drei Menschen in Köln pro Woche ein positives Testergebnis mitgeteilt. Die Anzahl der HIV-Neudiagnosen hat sich in Köln seit 2009 stabilisiert.  2015 sind die Zahlen der Neudiagnosen in Köln leicht zurückgegangen. 121 Menschen haben im Stadtgebiet ein positives Testergebnis mitgeteilt bekommen. 2014 lag die Zahl bei 158.

Dazu muss gesagt sein, dass die Zahl nichts über den Zeitpunkt der Infektion aussagt, sondern nur wann sie festgestellt wurde. Die Infektion kann schon Jahre zurückliegen.  Deswegen sind  gute und zielgruppenspezifische Präventionsprojekte weiter zwingend nötig, die durch niedrigschwellige Angebote über Schutzmöglichkeiten vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen informieren.

Leben mit einer HIV-Infektion

Die HIV Infektion und die Folgen für das Leben mit dieser Infektion sind dann komplexer, wenn Faktoren hinzukommen, die noch einen zusätzlichen Einfluss auf den Alltag der Menschen haben. Dazu gehören insbesondere Diskriminierungserfahrungen aufgrund der HIV Infektion oder beispielsweise wegen Homosexualität, häufig der eigene Migrationshintergrund, Kriminalisierung als Drogengebraucher/in, Armut und niedriges Einkommen, fehlende Ausbildung und Arbeitslosigkeit, schlechte Wohnsituation und andere Aspekte.

Immer mehr Menschen leben in Köln mit dem Virus – gerade auch wegen der durch Medikamente verbesserten Lebensqualität und deutlich längerer Lebenserwartung. Da Menschen mit HIV und Aids immer älter werden, benötigen Unterstützung bei Entscheidungen zur Altersversorgung, geeigneter pflegerischer Versorgung oder Fragen des Lebens im Alter in Wohnheimen oder anderen Wohnformen. Bezahlbarer Wohnraum ist in Köln nicht ausreichend vorhanden. Deswegen betreibt die Aidshilfe einige Wohnprojekte.