Erinnerungsrituale

Die Krankheit Aids hat in den letzten 30 Jahren viele, vor allem junge Menschenleben gefordert und damit auch indirekt Einfluss auf die  Erinnerungs- und Trauerkultur in Deutschland genommen. Die hauptbetroffenen Gruppen – schwule Männer, Drogengebraucher*innen, Sexarbeiter*innen und Migranten*innen – waren plötzlich eine Schicksalsgemeinschaft. Aus dieser sind im Laufe der Jahre spezifische Erinnerungsrituale entstanden, oft jenseits und zusätzlich zu der traditionellen christlichen Begräbniskultur.

Bei der Aktion “Kerzenlichter gegen das Vergessen” triffst du tausende Menschen mit Kerzen in der Hand in überwiegend besinnlich-ruhiger Stimmung, viele offensichtlich bewegt. “Kerzenlichter gegen das Vergessen” ist eine Tradition geworden und findet seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit dem KLuST am CSD-Samstag auf der Hauptbühne des CSD-Straßenfestes statt. Die Veranstaltung trägt dazu bei, sich an die verstorbenen Freunde inmitten einer riesigen Party gemeinsam zu erinnern.

2009 hat die Aidshilfe Köln die Patenschaft über das historische Grabmal der Familie Joest übernommen, damit Menschen aus dem Umfeld der Aidshilfe eine würdige Begräbnisstätte erhalten und ihre Namen nicht vergessen werden. Ausführliche Informationen und Lageplan gibt es hier…

Im Rahmen des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember findet ein Lichtergang beginnend vom „Kalten Eck“ statt, um Solidarität mit HIV-Infizierten zu zeigen und gleichzeitig der Verstorbenen zu gedenken.
Der Lichtergang geht über den Heumarkt über die Schildergasse hin zur AntoniterCityKirche.

Die Kunstinstallation “Namen und Steine” vom Künstler Tom Fecht ist dem Andenken an Menschen gewidmet, die in den letzten Jahrzehnten an den Folgen von Aids starben. Ihre Namen sind in über 100 Pflastersteine eingeschrieben, die im öffentlichen Raum in der Markmannsgasse in der Kölner Altstadt eingelassen sind. Jedes Jahr kommen Neue hinzu. Mehr dazu hier.