#WirFürCommunity

Das funkelnde Dankeschön „Die Brosche“ feiert ein Comeback. Nachdem der Checkpoint und die Aidshilfe Köln im Sommer 2020 diverse Menschen und Organisationen für deren Engagement während des ersten Lockdowns ausgezeichnet hatten, startet nun die zweiten Runde, in der weitere Broschen verteilt werden.

Funkelndes Dankeschön „Die Brosche“ kommt zurück

Bis Ende Mai werden die Aidshilfe und der Checkpoint unter dem Motto #WirfürCommunity die Kampagne noch fortführen. Ausgezeichnet werden Menschen oder Organisationen/Gruppen, die während der Pandemie durch besondere Aktionen in Erscheinung treten, „den Laden am Laufen halten“ oder sich für andere Menschen einsetzen. Jede:r kann Vorschläge für eine Auszeichnung mit unserer Brosche einreichen. Einfach eine Mail mit einer kleinen Begründung an wirfuercommunity@aidshilfe-koeln.de schicken.

Die bisherigen Preisträger:innen:

Cassy Carrington

Das letzte „Funkelnde Dankeschön“ geht an: Cassy Carrington. Mit der Brosche wollen sich der Checkpoint und die Aidshilfe Köln zum Abschluss der Aktion #WirFürCommunity bei der queeren Aktivistin nicht nur für die zahlreichen Ablenkungen während der Pandemie bedanken. Neben diversen Songs hatte Cassy darüber hinaus im September letzten Jahres die erste Staffel der Interview-Show „Cassys Bettgeschichten“ veröffentlicht. So konnte die nicht nur in der Community beliebte Künstlerin ihren Fans nah sein und auf das Thema Diversität in unterschiedlichsten Facetten aufmerksam machen.

„Das gemeinsame Erleben, die Interaktion und der Austausch mussten während der Pandemie nach neuen Möglichkeiten statt der bisherigen so geliebten Plattformen wie beispielsweise Theater, Kinos, Museen, Galerien oder schlicht der Kneipe nebenan suchen. Auf einmal war das Internet die einzige Möglichkeit für Künstler:innen und Kulturschaffende, ihr Wirken zu den Menschen bringen zu können. Das erkannte auch Cassy. Mit ihren wundervollen Chansons trifft sie sowohl den Zeitgeist als auch die Menschen mitten ins Herz. In ihren Pandemie-Formaten bringt sie ihren Fans sowohl Freude und Unterhaltung in schweren, teils einsamen Stunden als auch Trost in einer schwierigen Zeit. Wir danken Dir für jeden wundervollen Moment!“, so Christoph Klaes, Checkpoint Köln.

„Cassy Carrington unterstützt nicht nur die Aidshilfe Köln seit vielen Jahren mit Spendenaktionen, Auftritten oder einfach als Multiplikatorin unserer Anliegen, sondern setzt sich darüber hinaus auch für mehr Diversity und Akzeptanz in der Gesellschaft ein. Jetzt war es an der Zeit, dafür Danke zu sagen und dieses Engagement zu würdigen“, so Oliver Schubert, Geschäftsführer Aidshilfe Köln.

Kollektiv Colours of Change

Auf Missstände aufmerksam machen, dafür auf die Straße zu gehen und für Solidarität zu werben, ist unter den aktuellen Begebenheiten seit über einem Jahr alles andere als leicht. Dem Kölner Kollektiv „Colours of Change“ ist dies dennoch eindrucksvoll gelungen. Es besteht aus Gianni Jovanovic, Ibrahim Willeke und Anbid Zaman. Sie haben im Rahmen des letztjährigen CSD-Wochenendes auch unter dem Eindruck der Black Lives Matter Bewegung nicht nur das Kollektiv „Colours of Change“ ins Leben gerufen, sondern innerhalb von nur zwei Wochen eine Kundgebung auf dem Rudolfplatz mit dem Ziel organisiert, auf die Mehrfachdiskriminierung von queeren People of Colour (PoC) hinzuweisen und die LGBTIQ*-Community zur Solidarität aufzurufen. Aus diesem Grund zeichnen die Aidshilfe Köln und der Checkpoint das Kollektiv mit dem funkelnden Dankeschön aus.

Selten, wahrscheinlich noch nie, hatten queere People of Colour solch einen Rahmen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. In einem dreistündigen Programm traten PoC-Mitglieder der LGBTIQ*-Community vor rund 500 Menschen auf. Zu ihnen gehörten unter anderem Autorin Alice Hasters, Journalistin Oyindamola Alashe, das Tanzkollektiv House of Saint Laurent & Friends, Sänger Voba und Spoken Word Artist Lysania.

Auch wenn sich die Lebenssituation von queeren Menschen in den letzten Jahren in Deutschland verbessert hat, profitieren jedoch längst nicht alle Mitglieder der Community davon. PoC queere Menschen erleben Mehrfach-Diskriminierung: Sie sind besonders häufig von Belästigung, Ausgrenzung, Demütigung und Gewalt betroffen. Außerdem erfahren sie nicht nur Alltagsrassismus und strukturelle Diskriminierung durch die Mehrheitsgesellschaft, sondern leider auch in der Queer Community.

Marcella Rockefeller & Peter Plate

Sie ist weit über die Grenzen der Kölner Community bekannt, setzt sich für mehr Vielfalt ein und startet gemeinsam mit Peter Plate gerade richtig durch. Passend zum Release ihres Debütalbums „Anders als geplant“ zeichnen die Aidshilfe Köln und der Checkpoint am 19.3. 2021 Marcella Rockefeller und Peter Plate mit dem funkelnden Dankeschön aus.

„Marcella engagiert sich schon viele Jahre für mehr Vielfalt in der Szene und in der Gesellschaft. Dazu hat sie gemeinsam mit Peter Plate das Thema HIV in den Fokus gerückt und ihre Reichweite genutzt, um darauf hinzuweisen, wie wichtig die Arbeit von Aidshilfen ist und dass sie besonders in der Pandemie auf Spenden angewiesen sind. Künstler:innen, die trotz der Auswirkungen von Corona auf ihr eigenes Schaffen dennoch nicht vergessen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, müssen einfach ausgezeichnet werden. Wir sagen Danke, liebe Marcella und lieber Peter“, so Oliver Schubert, Geschäftsführer der Aidshilfe Köln.

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, weil ich gerade so gerührt bin“, war Marcellas erste Reaktion, nachdem sie die Nachricht von der Aidshilfe und dem Checkpoint Köln bekommen hatte, dass sie die Brosche erhalten wird. Da Marcella und Peter noch gemeinsam im Tonstudio in Berlin die letzten Songs aufnehmen mussten, konnten die Broschen nicht persönlich übergeben werden, was aber keineswegs die Freude darüber bei den beiden schmälerte. Strahlend steckten sich Marcella und Peter die Brosche an.

„Ich bin total gerührt und möchte mich ganz herzlich bei der euch, der Aidshilfe Köln, bedanken – nicht nur für diese schöne Auszeichnung, sondern besonders auch für die tolle und wichtige Arbeit, die ihr tagtäglich leistet“, so Peter Plate.

Dieter Hennes

Minustemperaturen teilweise im zweistelligen Bereich, dazu die Belastung durch die Pandemie mit weniger Schlafplätzen in den Unterkünften: Da war in diesem Winter schnelle Hilfe für die Kölner Obdachlosen gefragt und Dieter Hennes hat seine ungenutzte „Hennes Terrasse“ unkompliziert zur Verfügung gestellt. Acht auf der Straße lebende Menschen konnten bei Hennes Unterschlupf finden und brauchten sich dank Heizstrahler keine Sorgen zu machen, dass sie in den extrem kalten Nächten im Schlaf in Lebensgefahr geraten würden.

Deswegen überreichten die Aidshilfe Köln und der Checkpoint Köln dem Szene-Wirt Dieter Hennes die Brosche als funkelndes Dankeschön. Elfi Scho-Antwerpes vom Vorstand der Aidshilfe und Christoph Klaes vom Checkpoint haben sich persönlich bei Dieter Hennes für das tolle Engagement bedankt.

Denn Dieter hat trotz der schwierigen Situation in der Gastronomie während der Pandemie nicht den Blick über den Tellerrand vernachlässigt und die Privatinitiative „Straßenwächter“ unterstützt. Obdachlose leiden gleich mehrfach unter der Pandemie: durch die geschlossenen Läden und das verstärkte Homeoffice sind weniger Menschen unterwegs. In der Folge landen bei den Wohnungslosen auch weniger Spenden. Deswegen ist das Engagement von Privatleuten, wie die Initiative Straßenwächter oder auch die schnelle Hilfe von Hennes, unbezahlbar.

“Vielen Dank für die Auszeichnung. Mein Team und ich haben uns sehr gefreut. Ich würde mir wünschen, dass für den nächsten Winter eine Art zentrale Zeltstadt aufgebaut wird, wo die Menschen, die auf der Straße leben müssen, geschützt und ohne Angst zu Ruhe kommen können. Dafür werde ich mich in den nächsten Monaten einsetzen und wenn es wieder möglich ist, auch auf die Straße gehen. Nur weil jemand keine Wohnung hat, bleibt er ein Mensch, um den sich die Gesellschaft kümmern muss”, so Dieter Hennes.

Rainbow Symphony Cologne e.V. (RSC)

Die Aidshilfe Köln und der Checkpoint Köln verleihen das erste funkelnde Dankeschön „Die Brosche“ nach der Pause an Rainbow Symphony Cologne. Mit den Adventssonntags-Konzerten versuchte der Verein den Menschen Normalität in unsicheren Zeiten des Lockdowns zu vermitteln. So war es zumindest an den Adventssonntagen möglich, für einen kurzen Moment die Belastung der Corona-Pandemie beiseitezuschieben und sich auf Weihnachten zu besinnen.

Das Rainbow Symphony Cologne setzt seit Jahren mit Hilfe der Musik ein Zeichen gegen Diskriminierung jeglicher Art. Ihre Wurzeln liegen im Einsatz für gesellschaftliche Akzeptanz von LGBTI*. Angesichts der bedenklichen politischen Entwicklungen in letzter Zeit geht es ihnen zunehmend auch um die Förderung von Vielfalt in allen Facetten als unabdingbare Basis für unsere Gesellschaft.

„Vielen Dank für die Überreichung der Anerkennung „die Brosche“ – darüber freuen wir uns sehr. Zeigt sie doch, dass wir durch die neuen Wege auch an Sichtbarkeit in der Community gewonnen haben. Für Musizierende und Kulturschaffende ist es keine einfache Zeit. Doch wir wollten nicht untätig sein und mit unseren Adventsvideokonzerten weihnachtliche Stimmung in die Welt bringen. Es war ein großer Aufwand (auch finanzieller Art), die Videos zu produzieren, aber wir haben es geschafft! Menschen von nah und fern haben uns zugeschaut und gemeinsam mit ihren Liebsten Christmas Karaoke gesungen und die Vorweihnachtszeit mit unseren Videos genossen. Vielen Dank an alle, die uns bei der Umsetzung unterstützt haben! Wir schauen optimistisch in die Zukunft und hoffen sehr, dass wir uns – in welchem Rahmen auch immer – bald wiedersehen und gemeinsam musizieren können“, so Tanja Micheel vom Vorstand.

Riphahn Café & Restaurant

Die Aidshilfe und der Checkpoint Köln verleihen das erste funkelnde Dankeschön „Die Brosche“ an das Gastronomen-Ehepaar Uwe Hammes und Thomas Tump, Betreiber des Riphahn Café & Restaurant. Sie werden für ihr außergewöhnliches Engagement während der Coronakrise ausgezeichnet, welches sie durch die Einführung der 1€PLUS Suppenküche im Riphahn gezeigt haben. „Damit haben sie es geschafft, den Zugang zu einer warmen Mahlzeit auch in dieser schwierigen Zeit für jeden aufrechtzuerhalten. Viele Bedürftige haben in den letzten Wochen das Angebot in Anspruch genommen. Diese Idee finden wir super und das soziale Engagement wollen wir mit unserer Brosche würdigen“, so Steph Claasen, Vorstand Aidshilfe Köln.

Normalerweise kostet eine Suppe im Riphahn zwischen vier und zehn Euro. Für einen Euro gab es nun jeden Tag wechselnde Suppen. Wer kann, gibt mehr als nur einen Euro. Von den Einnahmen werden die neuen Zutaten gekauft, um die Suppen für die nächsten Tage zubereiten zu können.

Obwohl die Gastronomie besonders hart vom Lockdown betroffen war, ist es umso bemerkenswerter, dass das Riphahn in dieser schwierigen Stunde auch an die Mitmenschen denkt, nicht nur in der Community, die schon vorher am Rand der Gesellschaft standen und für sie ein Angebot geschaffen hat.

Marcos Schlüter, Kulturkneipe Mittelblond

Das nächste funkelnde Dankeschön überreicht die Aidshilfe und der Checkpoint Köln an Marcos Schlüter. Er schlüpfte in den vergangenen Wochen immer wieder in seine unterschiedlichsten Rollen wie beispielsweise René Gligée, um Videos zu seinen Corona-Durchhalte-Songs zu drehen, mit denen er während des Lockdowns versucht hat, die Menschen in der Szene einen kurzen Moment abzulenken und deren Sorgen vergessen zu lassen. Und das trotz der eigenen existenzbedrohten Nöte, die er durch die Schließung der Kulturkneipe Mittelblond hat.

„Sein hömma Hölle als René Gligée ist einfach legendär und sorgt immer für ein Lächeln auf dem Gesicht. Wir wollen Marcos Engagement während des Lockdowns würdigen und uns bedanken, dass er uns mit seinen Videos zum Lachen gebracht und dazu beigetragen hat, dass uns die Decke nicht ständig auf den Kopf gefallen ist“, so Christoph Klaes, Leiter Checkpoint Köln.