FAQ: Schnelltest

Du hattest einen riskanten Sexkontakt? Dich sorgen verdächtige Krankheitszeichen? Du möchtest in der neuen Beziehung auf Kondome verzichten? Du willst einfach nur sichergehen? Die Gründe für einen HIV-Test können sehr vielfältig sein …

Ein HIV-Test schafft Klarheit: Fällt er negativ aus, brauchst du dich nicht länger sorgen. Hast du dich angesteckt, bringt es gesundheitliche Vorteile mit sich, darüber Bescheid zu wissen. Eine rechtzeitig begonnene Therapie verhindert, dass HIV dein Immunsystem stark schädigt. Ein zu später Therapiestart kann hingegen Lebensqualität und -jahre kosten. Daher ist es sinnvoll, möglichst früh über seine HIV-Infektion informiert zu sein.

Sexuell übertragbare Erkrankungen (kurz STIs, „Geschlechtskrankheiten“) sind unter sexuell aktiven Menschen weiter verbreitet als man denkt. STIs wie z.B. Syphilis, Tripper oder Chlamydien werden häufig auch „am Kondom vorbei“ übertragen und machen sich eher selten durch handfeste oder eindeutige Symptome bemerkbar.

Rechtzeitig erkannt, ist die Behandlung von STIs meist unkompliziert und man wird sie schnell wieder los. Bleiben sie jedoch unentdeckt, können sie zu schweren Gesundheitsschäden oder Unfruchtbarkeit führen und erhöhen dein Risiko, dich beim Sex mit HIV anzustecken.
Die einzelnen STIs sind in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich stark verbreitet. Ihre Übertragung ist zudem abhängig von den ausgeführten Sexpraktiken. Daher klären wir in der Beratung vor dem Test mit dir ab, welcher STI-Test in deiner speziellen Situation sinnvoll ist.

Nein, den brauchst du nicht. Jeder kann zwischen 19:00 und 21:30 Uhr (letzte Testannahme) vorbeikommen. Bitte beachte: Wartezeiten lassen sich nicht immer vermeiden. Am besten bringst du anderthalb Stunden Zeit mit. Aktuelle Zeitschriften und Getränke verkürzen dir die Wartezeit.

Viele der von uns angebotenen Tests sind Bluttests. Für einen HIV-Schnelltest beispielsweise, benötigen wir nur einen Tropfen Blut. Der kleine Pikser in die Fingerkuppe wird mit einer speziellen Stechhilfe durchgeführt, die so konstruiert ist, dass sie nur einmal verwendet werden kann. Für andere Untersuchungen, bei denen etwas mehr Blut benötigt wird, entnimmt unser Arzt/ unsere Ärztin Blut aus der Vene.

Für einige andere Tests und Untersuchungen werden Proben durch einen Abstrich genommen. Dazu führt der Arzt ein Wattestäbchen – ähnlich wie ein Q-Tip – in die entsprechenden Körperhöhlen (Mund/Rachen oder Rektum) ein. Selbst ein Abstrich aus dem Enddarm muss dir nicht peinlich sein, unsere Ärzte und Ärztinnen machen so etwas schließlich jeden Tag. Außerdem findest du auf unseren Toiletten Feuchttücher, falls du dich vorher reinigen möchtest.

Andere Erreger lassen sich ganz unkompliziert im Urin nachweisen. Mit einer einfachen Urinprobe lässt sich beispielsweise untersuchen, ob sich bestimmte Krankheitserreger in der Harnröhre angesiedelt haben.

Viele Testverfahren sind in den letzten Jahren soweit verbessert worden, dass es mittlerweile möglich ist, innerhalb weniger Minuten nach der Testdurchführung ein sicheres Ergebnis zu bekommen. Achtung Verwechslungsgefahr: „Schnell“ bedeutet nicht, dass man sich schon wenige Tage nach einem Risikokontakt testen lassen kann, sondern nur, dass man nach dem Test auf das Ergebnis nicht so lange warten muss.

Ja, die von uns eingesetzten Schnelltests auf HIV, Syphilis und Hepatitis C bieten dieselbe Sicherheit, wie die herkömmlichen Verfahren auch.
Die Zuverlässigkeit der von uns durchgeführten Schnelltests wird jedes Jahr aufs Neue von einem unabhängigen Institut kontrolliert. Im Checkpoint kommen ausschließlich Schnelltests zum Einsatz, die diese strengen Qualitätskontrolle erfolgreich durchlaufen haben.

Wenn nach dem letzten Risikokontakt die entsprechenden Wartezeiten eingehalten worden sind, ist ein negatives Ergebnis sicher und es sind keine weiteren Maßnahmen notwendig. Schlägt der Test an („reaktives Ergebnis“) erfolgen zur Absicherung weitere Untersuchungen. Bei einem HIV-Schnelltest führen wir beispielsweise ein Bestätigungstest im Labor durch. Erst nach diesem Gegencheck kann man von einem bestätigt positiven Testergebnis sprechen. Auch bei reaktiven Syphilis oder Hepatitis C-Tests erfolgen weitere Laboruntersuchungen. Werden diese Standard-Abläufe eingehalten, sind auch positive Ergebnisse so gut wie 100%-ig sicher.

Schnelltests sind eine tolle und praktische Sache. Allerdings können mit diesem Verfahren nicht alle sexuell übertragbaren Erkrankungen gleichermaßen sicher nachgewiesen beziehungsweise ausgeschlossen werden. Wenn andere Verfahren (z.B. eine Laboruntersuchung) mehr Sicherheit oder andere Vorteile bieten, führen wir keinen Schnelltest durch, sondern schicken die Proben an ein externes zertifiziertes Labor. Die Ergebnisse liegen in der Folgewoche vor und können dir bequem per E-Mail zugeschickt werden. Einzige Ausnahme ist der HIV-Labortest. Hier erfolgt die Mitteilung des Ergebnisses ausschließlich persönlich.

Die Tests und Untersuchungen werden von einem Arzt/ einer Ärztin durchgeführt. Für die Beratungen sind geschulte (Sozial-)Pädagogen und -innen zuständig. Unsere ehrenamtlichen Helfer nehmen dich in Empfang, erklären dir den Ablauf und sind bei Fragen kompetente Ansprechpartner.

Ein persönliches Gespräch mit einer Beraterin/ einem Berater hilft dir deine Risiken besser einzuschätzen und zu entscheiden, ob ein Test zum gegenwärtigem Zeitpunkt sinnvoll ist. Manchmal ist einfach noch zu wenig Zeit vergangen, so dass der Test zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine klare Aussage treffen kann. In der Beratung können wir solche und andere Fragen gemeinsam klären.

Ja, das ist möglich. Allerdings sind die Tests und Untersuchungen nur bei Symptomen oder einem ausreichend begründetem Verdacht eine „Kassenleistung“. Eine frische HIV-Infektion oder eine Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Erregern führen jedoch meistens nicht zu spürbaren und eindeutigen Krankheitszeichen. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass dir der Arzt/die Ärztin die Kosten für den STI-Check in Rechnung stellt (so genannte „Individuelle Gesundsleistung“ oder IGel). Wenn der Arzt/die Ärztin die Tests und Untersuchungen mit der Krankenkasse abrechnet, bleibst du natürlich nicht mehr anonym: Der Test und die Ergebnisse werden in die Patientenakte eingetragen und der Krankenkasse mitgeteilt. Ein „aktenkundiges“ positives Testergebnis kann weitreichende und folgenschwere Konsequenzen haben, beispielsweise bei späteren Versicherungsabschlüssen.

Leider können wir unsere Tests und Untersuchungen nicht komplett kostenlos anbieten. Den Großteil der tatsächlichen anfallenden Kosten trägt allerdings schon jetzt die Aidshilfe Köln, unter anderem aus Eigenmitteln und Spendengeldern. Der von uns erhobene Kostenbeitrag deckt noch nicht einmal die reinen Materialkosten ab, wie etwa die Einkaufspreise für die Testkits und Verbrauchsmaterialien oder die Selbstkosten für Laboruntersuchungen. Würden wir alle entstehenden Ausgaben weitergeben, müssten die Kosten für einen Test um ein Vielfaches höher liegen.

Anders sieht die Situation im Öffentlichen Gesundheitsdienst aus. So sind beispielsweise die Gesundheitsämter in NRW per Gesetz dazu verpflichtet, Testmöglichkeiten (z.B. auf HIV) für die Bevölkerung anzubieten. Sie werden zu 100% aus Geldern des Landes und der Kommunen (also letztlich aus Abgaben und Steuergeldern) finanziert und können so einige der Tests kostenfrei anbieten. Die Test-Angebote der Gesundheitsämter sind regional unterschiedlich.