Liebe*r Leser*in unseres Newsletters!

es spricht einiges dafür, dass uns das sogenannte Corona-Virus, Covid-19, noch eine Zeit lang in Bezug auf die Anforderungen an den Infektionsschutz begleiten wird. Deutschland hat 35 Jahre lang gute Erfahrungen damit gemacht, die Präventionskampagnen zu HIV und Aids sehr zielgruppenspezifisch und nachvollziehbar zu gestalten. Wir wissen zudem, dass Gesundheitsschutz besser funktioniert, wenn diejenigen, die wir mit unseren Botschaften erreichen wollen, beteiligt sind. Das Oberverwaltungsgericht für das Land NRW hat vor ein paar Tagen einige Anmerkungen zu den bis dahin geltenden coronabedingten Beschränkungen für die Prostitution gemacht und ein bis dahin geltendes Verbot außer Vollzug gesetzt.

Mit Hinweis auf mittlerweile für alle gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Bereiche zugelassenen Lockerungen verstoße „die vollständige Untersagung aller sexuellen Dienstleistungen voraussichtlich gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, weil es sich in der gegenwärtigen Situation nicht mehr um eine notwendige Schutzmaßnahme handele.“

Die Präventionsarbeit der Aidshilfen und die unseres Checkpoint-Teams funktioniert am besten über die seit Jahrzehnten etablierten Szene-Treffpunkte. In Kooperation mit den Betreibern erreichen wir hier die Adressaten am besten. Präventionsbotschaften zu HIV und sexuell übertragbaren Infektionen sind seit Corona immer auch mit der Frage verbunden, welche Risiken einer Infektion mit Covid-19 beim Sex bestehen. Abstand halten und Maske tragen haben sich insbesondere für Situationen bewährt, in denen viele Menschen zusammenkommen. Das Oberverwaltungsgericht gibt auch dazu Hinweise zur Einordnung der Risiken: „Es sei auch nicht ersichtlich, dass das mit dem Ausstoß von Aerosolen verbundene Risiko der Ansteckung (mit Covid-19) bei sexuellen Handlungen zweier Personen deutlich größer sei als bei privaten Feiern mit bis zu 150 Personen …und nach Angaben des Robert-Koch-Instituts landesweit als Ursache größerer und kleinerer Ausbruchsgeschehen gelten würde.“

Die Nachvollziehbarkeit von Auflagen wird zunehmend wichtiger, solange mangels Impfung und Medikamenten weiterhin Schutzmaßnahmen das Mittel der Wahl sind. Aus 35 Jahren HIV-Prävention wissen wir längst, dass ein Sexverbot nicht funktioniert, verständliche Informationen zum eigenen Gesundheitsschutz aber sehr wohl Wirkung entfalten. Unser Checkpoint und andere Community-Einrichtungen genießen mit ihren Informationen zudem ein besonderes Vertrauen. Da wir Informationen zum eigenen Gesundheitsschutz am effektivsten dort vermitteln können, wo sich die Menschen treffen, die wir erreichen wollen, werden daher für den bevorstehenden Winter Konzepte gefunden werden müssen, die gastronomische Angebote und Veranstaltungen, aber auch die Orte, die dem Ausleben der Sexualität dienen, wirtschaftlich auskömmlich betreiben lassen. Das Risiko einer Infektion hängt dabei nicht davon ab, ob einvernehmlicher Sex mit oder ohne Bezahlung stattfindet – es ist das Wissen um geeignete Strategien der Risiko-Minimierung das hilft, Neuinfektionen mit HIV, STIs oder Covid-19 zu reduzieren.

In diesem Sinne: Achten Sie auch weiterhin auf Ihre eigene Gesundheit!

Ihr Michael Schuhmacher
Geschäftsführer

EVENTS

Alle Timeslots vergriffen – Run of Colours schließt Anmeldung

Früher als erwartet muss die Lebenshaus-Stiftung, die zugunsten der Aidshilfe Köln den Run of Colours organisiert, die Anmeldung für die 12. Auflage schließen. Aufgrund der Corona-Beschränkungen können am 26. September 2020 im Rheinauhafen Köln nur 700 Teilnehmende an den Start gehen. Jeder musste einen Timeslot buchen. Trotz des geringeren Starterfeldes zeichnet sich ab, dass sich die Aidshilfe Köln über Erlöse in Höhe von rund 20.000 Euro freuen kann. Geld, das auch dringend benötigt wird. Dem Verein fehlen bis Jahresende 100.000 Euro Eigenmittel, da hilft natürlich jeder Euro. Wer nicht laufen möchte, aber der Aidshilfe dennoch helfen möchte, kann hier gerne spenden.  Jede Spende hilft dabei, das vielfältige Angebot der Aidshilfe zu sichern.

Mach mit bei „Kerzenlichter gegen das Vergessen“

Auch wenn dieses Jahr kein Straßenfest stattfinden kann, will die Aidshilfe und der KLuST nicht auf diesen wichtigen Beitrag verzichten und rufen in diesem Jahr zur Teilnahme einer digitalen Version von „Kerzenlichter gegen das Vergessen“ auf. Wir wollen ein großes Video-Mosaik mit vielen Kerzen erstellen.

Die gemeinsame Gedenkveranstaltung des Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KLuST) und der Aidshilfe Köln e.V. war in den Vorjahren immer der Abschluss des Samstags vor der Kundgebung am Sonntag.

Wo wird das Video benutzt?

Dein Video wird auf den sozialen Medien der Aidshilfe Köln und des KLuST genutzt sowie auch im Rahmen der Veranstaltung Pride Now des Cologne Prides in der Lanxess Arena. Dein Name wird auch dankend im Abspann erwähnt. Wenn du das nicht möchtest, gib uns bitte bescheid.

Gleichzeitige Verlosung als Dankeschön

Unter allen Teilnehmer*innen wird ein VIP-Paket für den CSD 2021 verlost. Die ersten 15 Einsendungen bekommen Karten für die Veranstaltung PRIDE NOW – THE ColognePride SHOW.

Anleitung:

Auf unserer Gedenk-Seite haben wir eine kurze Anleitung, wie man selbst am Videoprojekt teilnehmen kann.

VERANSTALTUNGEN

29. September 2020, 9:30-16 Uhr // Queere Perspektiven in der Arbeit zu Rassismus und Migration

Unser Kooperationspartner rubicon möchte alle Interessierten einladen, an unserem Fachtag in Austausch zu kommen und Ideen und Perspektiven für eine Arbeit zu entwickeln, die queere Menschen of Color/mit Migrations- und Fluchtgeschichte mitdenkt.

Ort: FORUM Volkshochschule im Museum am Neumarkt, Cäcilienstr. 29-33, 50667 Köln, Altstadt-Süd.

08. Oktober 2020, 19:30 Uhr // med.info – HIV und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Uniklinik Köln, Josef Stelzmann-Straße 20, Forum-Gebäude 42

Beschreibung: HIV-Positive haben heute eine gute Lebenserwartung und sind dadurch auch vermehrt von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen – der häufigsten Todesursache in Industrienationen. Was sind typische Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Symptome? Welche Einflüsse hat eine HIV-Infektion und die HIV-Medikamente? Was kann jede*r selbst tun, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern.

Referentin: Dr. med. Nazifa Qurishi, Gem.Pr. Gotenring Köln

EHRENAMT

19. September, 10-16 Uhr // Basisschulung

Dieser Kurs, der für alle neuen EA verbindlich ist, vermittelt medizinisches Grundlagenwissen zu HIV + Aids. Darin enthalten sind Themen wie Epidemiologie, Übertragungswege, Vermehrungszyklus des Virus, Schutzmöglichkeiten, HIV-Antikörpertest, Behandlungsmöglichkeiten etc.. Auch werden die wichtigsten Informationen über andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) thematisiert. Außerdem bietet das Seminar die Möglichkeit, über andere Lebensentwürfe (Umgang mit Sexualität(en) und Identität(en)) sowie Diskriminierung und Ausgrenzung aufgrund einer HIV-Infektion ins Gespräch zu kommen und die damit verbundenen Leitlinien der Aidshilfearbeit kennen zu lernen.

Fragen und verbindliche Anmeldung bitte an: qz-ehrenamt@aidshilfe-koeln.de

24. Oktober, 10-16 Uhr // Aufbauschulung

Hier werden die Inhalte des Basiskurses vertieft sowie weitere Themen wie „HIV und Sucht“, „Sexuell übertragbare Krankheiten“ sowie weiteres Wissen zu Themen wie Prä- und Postexpositionprohylaxe, Sex bei Viruslast unter der Nachweisgrenze (Schutz durch Therapie), Behandlungsstrategien (HAART), HIV und Suchtmittel/Partydrogen etc. verinnerlicht.

Fragen und Anmeldung bitte an qz-ehrenamt@aidshilfe-koeln.de

ALLGEMEIN

Sonderdruck zugunsten der Aidshilfe Köln

Der Künstler Cornel Wachter hat für das „Offene Ateliers“ im Künstlerhaus in der Rolandstraße einen Sonderdruck unter dem Titel „Eigentlich ganz klar“ angefertigt und zugunsten der Aidshilfe Köln für den Sonderpreis von 99 Euro verkauft. „Das Bild passt gut zur Aidshilfe. Die beiden Esel, die aneinandergebunden erst jeder in unterschiedliche Richtung zu einem Haferhaufen zerren und beide nicht erreichen. Dann machen sie sich Gedanken, gehen erst gemeinsam den einen, dann gemeinsam den anderen Haferhaufen fressen. Es geht nur gemeinsam, nicht nur in „Corona-Zeiten“, so Cornel Wachter. Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich nach ihrem Urnengang am Sonntag auch ein Exemplar gesichert.  Als Sonderdruck sind noch zu haben die Nummer 15- 22/80, rückseitig als Sonderdruck zugunsten der Aidshilfe Köln gekennzeichnet und noch mal signiert und datiert – 99,- Euro -. Wer eines haben möchte, kann sich bei Cornel melden. Vielen Dank für die tolle Aktion.

SPENDEN

Jede Spende hilft!

Jede Spende ermöglicht uns, die Angebote und Projekte der Aidshilfe Köln aufrechtzuerhalten. Für viele unserer Angebote erhalten wir Förderungen durch die öffentliche Hand. Diese reichen jedoch bei weitem nicht aus, um die Arbeit zu finanzieren. Über 300.000 Euro müssen wir jährlich für unsere Projekte aus eigenen Kräften aufbringen – durch Spenden.

Spendenkonto
Aidshilfe Köln
Bank für Sozialwirtschaft
DE51 3702 0500 0007 0160 00
SWIFT-BIC: BFSWDE33XXX
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Verantwortlich für den Inhalt: Erik Sauer und Benjamin Scholz
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