(Köln, den 26. Juni 2020) Viele Vereine, Verbände, Organisationen, Bar- und Sauna-Betreiber aus der Community können trotz der zahlreichen Lockerungen noch immer nicht gänzlich überblicken, welche wirtschaftlichen Folgen der Lockdown aufgrund der Covid-19-Pandemie auf die Haushalte in diesem Jahr, aber auch für die kommenden Jahre haben wird. Die Aidshilfe zum Beispiel rechnet nach vorläufigen Schätzungen mit rund 80.000 Euro, die durch Mindereinnahmen durch fehlende Spendeneinnahmen, ausgefallene Benefizveranstaltungen oder Minder-Einnahmen aus dem Checkpoint in diesem Jahr fehlen werden. Hinzu kommen die Mehrkosten für die Einhaltung neuer Hygiene-Richtlinien, die in der Art gar nicht im Haushalt in der Größenordnung geplant waren.

Deswegen setzt sich der Kölner Bundestagsabgeordnete der Grünen Sven Lehmann gemeinsam mit seiner Kollegin Ulle Schauws für einen Regenbogen-Rettungsschirm für queere Vereine, Verbände und Organisationen ein, die unter der Pandemie genauso zu leiden haben wie alle anderen Wirtschaftsunternehmen. Allerdings wurde dieser Sektor bisher noch gar nicht bei möglichen Förderungen berücksichtigt. Auch wenn aktuell noch kein Beschluss abgesegnet wurde, möchte die Aidshilfe Köln und der Checkpoint das Engagement würdigen und das funkelnde Dankeschön an Sven Lehmann überreichen. Mit einem Gastbeitrag im Tagesspiegel machten die beiden Abgeordneten auf die prekäre Situation aufmerksam, stellten die Forderung nach einem Rettungsschirm und setzten sich seitdem dafür ein.

„Sven Lehmann und Ulle Schauws beschreiben aus meiner Sicht ziemlich gut, mit welcher Situation in Bezug auf Eigenmittel wir in diesem und nächsten Jahr rechnen müssen. Und da ist es natürlich erfreulich, dass wir nicht allein auf weiter Flur mit dieser Tatsache kämpfen müssen, sondern auch auf die Hilfe aus der Politik hoffen können. Mit der Würdigung wollen wir natürlich die Beiden auch anspornen, sich weiter für den Regenbogen-Rettungsschirm stark zu machen“, so Michael Schuhmacher, Geschäftsführer der Aidshilfe Köln.

„Ich würde mir wünschen, dass sich sowohl die kommerzielle als auch nicht-kommerzielle Community solidarisch verbündet und gemeinsam die Stimme erhebt. Wenn  weite Teile beider Bereichen die Krise nämlich nicht überstehen, geht uns ganz viel verloren und das müssen wir verhindern“, so Sven Lehmann, Bundestagsabgeordneter der Grünen.

Bis Ende Juli wird die Aidshilfe und der Checkpoint unter dem Motto #WirfürCommunity die Kampagne noch fortführen. Ausgezeichnet werden unter anderem Menschen oder Organisationen/Gruppen, die sich für die Community und deren Mitglieder einsetzen. Zum Beispiel Menschen, die andere Menschen versorgen, die in Quarantäne sind oder zur Risikogruppe gehören. Oder beispielsweise der Szene-Wirt, der versucht, trotz Schließung und Auflagen Begegnungen zu ermöglichen sowie ein offenes Ohr für seine bisherigen Gäste hat. Oder sei es ein*e Künstler*in, der*die sich darum kümmert, dass den Leuten nicht die Decke auf den Kopf fällt und Beiträge ins Netz stellt, die Freude bereiten.

Jede*r kann Menschen vorschlagen, die ausgezeichnet werden sollten. Einfach eine Mail mit einer kleinen Begründung an wirfuercommunity@aidshilfe-koeln.de schicken. Die Bekanntgabe und Vorstellung der Preisträger*innen erfolgt einmal pro Woche.

Pressekontakt

Erik Sauer
Telefon: 0221 / 20203-43
sauer@aidshilfe-koeln.de