(Köln, den 1. Dezember 2025) Am 1. Dezember verwandelte sich der Musical Dome Köln in einen Ort der Solidarität, Erinnerung und Lebensfreude. Die große Benefiz-Gala zugunsten der Aidshilfe Köln vereinte bewegende Momente des Gedenkens mit eindrucksvollen künstlerischen Darbietungen und einem starken gesellschaftspolitischen Bekenntnis: Gesundheit, Demokratie, Menschlichkeit und Vielfalt bilden das Fundament einer offenen und solidarischen Gesellschaft. Gleichzeitig war die Gala ein bedeutender finanzieller Erfolg für die Aidshilfe Köln: Durch den Verkauf der Tickets und Sponsor:innen sind insgesamt 130.000 Euro für die Arbeit der Aidshilfe Köln eingenommen worden. Dem Verein drohen weiterhin herausfordernde Zeiten, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Stadt Köln eine Haushaltssperre verhängt hat und in den nächsten Jahren auch im sozialen Bereich den Rotstift ansetzen will. Am 30. November 2026 wird die nächste Gala stattfinden.
Ein Abend, der den Menschen im Saal in Erinnerung bleiben wird. Bereits Wochen vor der Gala war jeder Platz im Musical Dome Köln frühzeitig vergriffen. Gefühlt täglich erreichten die Aidshilfe im Vorfeld Anfragen, ob es wirklich keine Karten mehr gäbe. Der Abend stand im Zeichen einer doppelten Botschaft. Denn die Geschichte von HIV und AIDS ist untrennbar verbunden mit Verlusten, Schmerz und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Zugleich erzählt sie von Widerstandskraft, medizinischem Fortschritt, Mut und kollektiver Unterstützung. Dieser Spannungsbogen bildete den dramaturgischen Kern der Gala. Der erste Teil stand unter dem Motto „Wir lieben das Leben“ – und richtete den Blick nach vorn: auf Selbstbestimmung, Vielfalt, Lebenskraft und Zukunft. Er feierte die Menschen, die heute mit HIV leben – sichtbar, selbstbewusst und mitten in der Gesellschaft. Dank moderner Medizin ist HIV heute eine behandelbare chronische Erkrankung. Die Aidshilfe Köln trägt seit vier Jahrzehnten dazu bei, dass Menschen mit HIV und AIDS Unterstützung, Beratung, medizinische Begleitung und gesellschaftliche Teilhabe erfahren – und dass Vorurteile abgebaut werden.
Der zweite Teil des Abends trug den Titel „Wir leben das Leben“, der auch einen Moment des Erinnerns, des Innehaltens und der Würdigung all jener beinhaltete, die nicht mehr unter uns sind. Namen wurden genannt, Geschichten geteilt, Stille gehalten. Doch diese Stille war nicht schwer, sondern voller Wärme und Verbundenheit.
Prominente Gäste auf dem Roten Teppich
Die Gala brachte wieder Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Medien und der queeren Community zusammen – nicht nur aus der Kölner Stadtgesellschaft. Über den Roten Teppich gingen unter anderem: Sängerin Sarah Engels, Entertainer Hape Kerkeling, Moderatorin Bettina Böttinger, Isabell Varell, Model und Speakerin Anna Hiltrop, Comedian Timur Turga, Mitglieder der No Angels, Content Creator Riccardo Simonetti, Moderator und Schauspieler Lukas Sauer, Schauspieler Constantin Lücke, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, die queere Beauftragte der Bundesregierung Sophie Koch, Schauspieler Georg Uecker, die Dragqueens Pam Pengco, Laila Licious und Trashy Gorgeous, Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester, Landtagsabgeordneter Arndt Klocke, der ehemalige queerpolitische Beauftragte der Bundesregierung Sven Lehmann, Bürgermeisterin Maria Helmis-Arend, Podcasterin Ricarda Hofmann sowie Jochen Ott, SPD-Fraktionschef im Landtag NRW, und viele mehr. Alle Gäste setzten ein gemeinsames Zeichen: Solidarität ist eine Haltung. Und sie ist sichtbar.
Emotionale musikalische Momente
Nachdem die Kleine Show mit Don’t Stop Believin’ den Abend eröffnet hatte, folgte mit Lady Marmalade vom Moulin Rouge! Das Musical direkt der zweite Knaller. Oberbürgermeister Torsten Burmester stellte im Gespräch mit Moderatorin Erika Laste noch einmal heraus, wie wichtig unter anderem das Angebot des Checkpoints der Aidshilfe ist. Das habe er im Rahmen seiner Veedeleinsätze im Wahlkampf hautnah miterlebt: „Das Angebot des anonymisierten Tests brauchen wir. In den vier Stunden waren 30 Menschen da und haben sich testen lassen. Ich habe erlebt, dass viele Ehrenamtliche geholfen haben – von den Ärzt:innen bis zu den Berater:innen. Ich habe erlebt, wie zufrieden und glücklich die Menschen mit dem Ergebnis der Beratung nach Hause gegangen sind. Und deswegen ist es toll, was die Aidshilfe da macht. Und deswegen unterstütze ich sie auch weiter.“
Für Sarah Engels war der Auftritt bei der Gala so etwas wie ein Heimspiel, tritt sie doch seit November bis Januar bei Moulin Rouge! Das Musical als Satine auf. Da durfte als Abschluss ihres Auftritts das Stück Fireworks nicht fehlen.
Wüst verspricht weitere Unterstützung
Dass sich Ministerpräsident Hendrik Wüst auch weiter für die Arbeit der Aidshilfe einsetzen wird, hat nicht nur den Vorstand und die Geschäftsführung der Aidshilfe gefreut – schließlich sei Prävention eine Daueraufgabe, trotz der heutigen Informationsmöglichkeiten. „Es kommt immer eine Generation nach, die es noch nicht weiß, und deswegen muss man mit der Prävention dranbleiben. Auch in Zeiten knapper werdender Mittel, und das unterstützen wir natürlich als Landesregierung“, so Hendrik Wüst im Gespräch mit Erika Laste.
Vicky Leandros – Die Ikone hatte den Saal direkt im Griff
Kurz vor der Pause trat Vicky Leandros auf die Bühne – eine Ikone, deren Stimme Generationen begleitet hat, und das merkte man sofort. Tosender Applaus und Standing Ovations begleiteten ihren Auftritt. Spätestens als Vicky in den Saal hinunterging, flippten die Leute aus, tanzten und sangen lauthals mit. Der Klassiker „Ich liebe das Leben“ durfte natürlich nicht fehlen. Als Zugabe entließ Leandros die Menschen mit „Halleluja“ in die Pause.

Nach der Pause eröffnete die Band Knallblech den zweiten Teil – und wie. Die über 1.600 Zuschauer:innen hatten sich gerade hingesetzt, da sprangen sie schon wieder auf, um mitzutanzen. Nach 15 Minuten Vollgas musste erst einmal wieder etwas durchgeatmet werden.

Die queerpolitische Sprecherin der Bundesregierung Sophie Koch richtete einen Appell an die anwesenden Gäste: „Euer CSD ist schön und echt super. Aber bitte fahrt auch zu den kleinen CSDs in kleinen Städten und in kleinen Dörfern, unterstützt sie oder spendet Geld, damit es auch im ländlichen Raum möglich ist.“
Besonders emotional wurde es, als Jean Christoph und Pianist Albert Lau mit ihrem Beitrag an die zahlreichen Verstorbenen gedachten. Kurz danach erzählte Hape Kerkeling von seinen sehr persönlichen Erfahrungen mit HIV und Aids. Sein damaliger Freund starb an Aids, und für Kerkeling war die Einsamkeit zu dieser Zeit besonders schlimm. „In den 80ern, als das Virus aufkam, gab es noch keine Anlaufstellen, wo man auch mit seiner Trauer und Einsamkeit hinkonnte. Zum Gesundheitsamt wollte man damals nicht. Und in der Corona-Zeit ist mir das alles wieder bewusst geworden, sodass ich mit dieser privaten Geschichte an die Öffentlichkeit wollte“, so Kerkeling im Gespräch mit Erika Laste.

Die No Angels – Das Finale
Spätestens um halb 12 haben die No Angels mit ihrer Zugabe River of Joy den Musical Dome noch einmal so richtig zum Kochen gebracht. Wobei der Saal eigentlich bereits seit der ersten Nummer Daylight stand. Aber die Energie, Freude und Ausgelassenheit, die zu diesem Zeitpunkt im Saal herrschte, war einfach großartig. Der Funke schwappte direkt auf die vier Engel über. Kein Wunder, dass man auf dem Heimweg viele strahlende Gesichter sah.

Eine Gala als gesellschaftliche Haltung
„Diese Gala ist mehr als ein Benefizabend. Sie ist ein Bekenntnis. Zu demokratischer Teilhabe, zu menschlicher Würde, zu Gesundheit als Menschenrecht und zur Anerkennung der Vielfalt unserer Gesellschaft. Dass wir dabei über 130.000 Euro für die Aidshilfe Köln gesammelt haben, zeigt: Solidarität ist in Köln nicht nur ein Wort – sie ist gelebte Realität. Danke dafür. Es tut gut zu sehen, dass ihr an unserer Seite seid“, so Erik Sauer, Geschäftsführer der Lebenshaus Stiftung, die die Veranstaltung auf die Beine gestellt hat. Der Abend zeigte eindrücklich: Wenn Menschen einander sehen, füreinander einstehen, zuhören und gemeinsam feiern, entsteht gesellschaftliche Wärme – und die Menschen haben eine gute Zeit. Anscheinend hat die Kölner Stadtgesellschaft auf dieses Format gewartet, bei dem jede:r so sein kann, wie er möchte, völlig ungezwungen eine gute Zeit genießen und die Sorgen des Alltags einfach einmal vergessen kann, um daraus wieder Kraft schöpfen zu können.
HIV-Infektionen wieder angestiegen
Nach Schätzung des RKI infizierten sich im Jahr 2024 insgesamt 2.300 Menschen neu mit HIV – etwa 200 mehr als im Jahr zuvor. Schwule und bisexuelle Männer machen mit 1.300 Fällen (+100) etwas mehr als die Hälfte aus, heterosexuelle Übertragungen gab es in 590 Fällen (+45), 400 Übertragungen (+60) betrafen intravenös Drogen konsumierende Menschen. In Köln haben 2024 insgesamt 181 Menschen ein positives Testergebnis erhalten.
Im letzten Jahr lagen die Zahlen bereits wieder auf dem Niveau der Zeit vor der Covid-Pandemie, während der es einen Rückgang gegeben hatte. Der vorherige Rückgang bei schwulen Männern setzte sich nun offenbar nicht fort. Bei intravenös Drogen konsumierenden Menschen ist seit 2010 ein kontinuierlicher Anstieg zu beobachten. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Kürzungen bei Aufklärung und Drogenhilfe werden zu mehr Infektionen führen. Deswegen setzt sich die Aidshilfe dafür ein, dass trotz der Haushaltssperre in Köln nicht an Kürzungen in diesem Bereich gedacht wird.
Insbesondere Länder und Kommunen müssen mehr tun statt weniger – wie es derzeit an vielen Orten geschieht. Wo in Prävention und Drogenhilfe gekürzt wird, sind steigende Infektionszahlen die logische Folge. Kürzungen müssen zurückgenommen, Präventions- und Testangebote verstärkt werden, dann können die Zahlen auch bald wieder sinken.
DIE GALA geht weiter
„Was für ein Abend! Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die diesen Erfolg erneut möglich gemacht haben. Das ist in diesen Zeiten sicherlich nicht selbstverständlich – angefangen bei Moulin Rouge! Das Musical, über die zahlreichen Sponsor:innen, die im letzten Jahr schon dabei waren oder erst in diesem Jahr neu dazugekommen sind, bis hin zu meinem fantastischen Team, das in den letzten Wochen und Monaten einen großartigen Job gemacht hat, sowie bei Marc Pickel mit seiner Firma Iventos und Michael Staps. Aber eins ist auch klar: Die Gala-Geschichte ist noch nicht zu Ende. Am 30. November 2026 kommen wir zurück“, so Oliver Schubert, Geschäftsführer der Aidshilfe Köln.
Nach der Show ist vor der Show. Während die Vorbereitungen zur diesjährigen Gala auf die Zielgeraden einbogen, wurden bereits die Planungen für 2026 begonnen und erste Künstler:innen kontaktiert, ob sie im kommenden Jahr Zeit hätten. Das ein oder andere positive Signal ist bereits eingetroffen. Am 30. November 2026 wird es im Musical Dome Köln die nächste Gala geben – wieder mit einem tollen Programm und hoffentlich vor ausverkauftem Haus.

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Erik Sauer
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