Der Checkpoint der Aidshilfe Köln bietet gemeinsam mit Marco Kammholz ab März eine ganze Reihe neuer Workshops an. Der Sexualpädagoge steht für lustbetonende und originelle Workshop-Formate. Sie richten sich an Schwule und Bisexuelle ab 18 Jahren und sind kostenfrei.  Wir haben für euch nachgefragt, was man erwarten kann.

Red: Deine Reihe mit dem Checkpoint trägt den Titel ‚Wie geil ist das denn?!‘. Was kann man sich darunter vorstellen? 

Kammholz: Zunächst einmal kann man sich darunter unendlich viel vorstellen. Denn was Leute geil finden, geht wirklich gegen unendlich! Mit den ‚Happy-Sexlife-Workshops‘ machen wir sexuelle Phänomene zum Thema, die schwule und bisexuelle Männer und die Szene beschäftigen. Die kostenfreien Workshops gehen jeweils etwa vier Stunden, teilnehmen können bis zu 15 Personen, 18 Jahre alt sollte man sein.

Und welche Themen kommen dann in den Workshops vor?

Kammholz: Wir legen direkt mit Analverkehr los! Aber natürlich nicht im praktischen Sinne. Bei den Workshops finden keine sexuellen Handlungen statt. Aber es geht um sexuelle Sprache, sexuelle Rollen, Anatomie und Tipps&Tricks rund um das Thema Analverkehr. Die zweite Veranstaltung widmet sich schwulen Sex- und Cruising-Orten, die ja wahlweise angehimmelt oder verteufelt werden. Dafür treffen wir uns auch direkt vor Ort in der Station2b. Im folgenden Workshop geht es um die liebe Lust und die ganz und gar nicht uninteressante Frage: ‚Worin bin ich sexuell richtig gut?‘. Nicht zuletzt wollen wir uns dem ‚Bettgeflüster‘, also der sexuellen Kommunikation widmen. Wie finde ich die richtigen Worte, die weder peinlich noch gestelzt klingen, damit ich im Bett nicht sprachlos bleiben muss? Und auch wenn es schwule oder Bi-Männer vielleicht nicht mehr hören können: Wir kommen beim Sex nicht darum herum, auch über den Schutz zu sprechen, zu verhandeln oder zu streiten. Verändern hier neue Schutzstrategien wie etwa die PrEP unsere sexuelle Kommunikation?

Was beabsichtigt ihr mit der Reihe und den Workshops?

Kammholz: Ein kluger Kopf schrieb einmal: ‚Sexualität ist ein Wert an sich!‘. Sich über das Wertvolle und Wichtige, aber auch über Zweifel und Fragen rund um den Sex auszutauschen, lohnt sich in jedem Fall. Mit der Reihe wollen wir natürlich unseren Beitrag dazu leisten, dass Schwule miteinander zu schwuler Sexualität und schwulem Leben ins Gespräch kommen. Vor allem der schwulen Szene wird, nicht zu Unrecht, Promiskuität, wilder Sex und Freizügigkeit nachgesagt – schämen sollte man sich dafür jedenfalls nicht! Sich mit anderen Männern zu schwuler Sexualität und auch zur eigenen Sexualität auszutauschen, das kann sich tatsächlich lohnen. Und in gewisser Weise auch ein Teil von sexuellem Glück und eines ‚Happy Sexlife‘ sein – oder zumindest dazu verhelfen!

Marco, du bist Sexualpädagoge. Direkt gefragt: wie und warum wird man das denn bitte?

Kammholz; Sexualpädagog*innen machen nicht mehr als, dass sie das Thema Sexualität, in all seinen Facetten, in pädagogischen Angeboten thematisieren. Soll heißen: ‚drüber reden‘ und etwas dabei lernen! Vermutlich sind diejenigen Pädagog*innen sexualpädagogisch tätig, die sich besonders für Sexualität und eben die sexuelle Bildung ihrer Zielgruppen interessieren. Sich sexuell zu bilden, heißt selbstverständlich auch, sich für sich selbst zu interessieren. Man muss sich schon kennenlernen wollen, um andere dazu einladen zu können, über ihre Sexualität nachzudenken. Ist meine eigene Sexualität dadurch besonders außergewöhnlich? Vermutlich nicht. Bin ich deshalb besonders schamlos? Ganz und gar nicht! Macht das meine pädagogische Arbeit spannender? Absolut!

Der erste Workshop findet am 22. März  in den Räumen der Aidshilfe Köln statt. Thema dann:  „Anal verkehren“.
Eine Anmeldung ist über checkpoint@aidshilfe-koeln.de erforderlich.

Pressekontakt

Erik Sauer
Telefon: 0221 / 20203-43
sauer@aidshilfe-koeln.de