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Schnelltest-Angebot der Aidshilfe Köln wird überrannt

Aidshilfe startet Spendenkampagne zum CSD, um Angebot auszubauen

Unter dem Motto „Deine 10 Euro für mehr HIV/STI-Tests, für mehr Beratung und für kürzere Wartezeit“ startet die Aidshilfe Köln zum diesjährigen ColognePride eine Spendenkampagne. Hintergrund:  Das Test- und Beratungsangebot des Checkpoints muss ausbaut werden.  Dazu fehlen dem Verein aber rund 30.000 Euro jährlich, die jetzt durch die Kampagne eingesammelt werden sollen. Aktuell können sich nicht nur Schwule oder Männer, die mit Männern Sex haben, von montags bis donnerstags von 18:30 – 21:30 Uhr anonym und ohne Termin auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen testen lassen.

„Der Checkpoint der Aidshilfe wird aktuell überrannt. Ab 18:30 Uhr öffnen wir die Türen, doch meist bildet sich schon weit über eine Stunde vorher eine lange Schlange, so dass wir ab 19:00 Uhr leider Leute abweisen müssen. Die, die es schaffen dranzukommen, müssen aber auch geduldig sein und mit längeren Wartezeiten rechnen“, so Pressesprecher Erik Sauer.

Ein Zustand, der sehr unbefriedigend für die Menschen ist, die umsonst kommen, aber auch für die Aidshilfe Köln. Maximal 25 Personen können pro Abend beraten und/oder getestet werden. Besonders ärgerlich wird es, wenn Leute mehrfach umsonst kommen, weil es zu voll ist, sie Hilfe suchen, sich testen lassen wollen, aus Sorge sich eventuell mit einer sexuell übertragbaren Infektion infiziert zu haben und die Aidshilfe dann nicht für sie da ist. Um der Nachfrage gerecht werden zu können, muss die Aidshilfe Köln das Angebot ausbauen, dafür fehlen aber die finanziellen Mittel.

Immer mehr Menschen lassen sich nicht nur auf HIV testen

Der Checkpoint der Aidshilfe Köln ist das erste umfassende Gesundheitszentrum – nicht nur für Schwule, Bisexuelle und Männer, die Sex mit Männern haben – dessen Angebote in der Größenordnung modellhaft sind. Neben dem Beratungs- und Testangebot zählen noch die Vor-Ort-Arbeit in der schwulen Szene, die Prävention mit Jugendlichen und Infoveranstaltungen an der Uniklinik Köln zu den Bestandteilen des Checkpoints.

Aktuell kann jede_r montags bis donnerstags den HIV-Schnelltest, Beratung und Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis, Hepatitis C, Chlamydien, Gonorrhoe (Tripper) nutzen – ohne Termin und völlig anonym. Im letzten Jahr wurden rund 6.000 Tests bei 3.200 Menschen durchgeführt. Die meisten lassen sich nicht mehr nur auf HIV sondern auch vermehrt auf andere sexuell übertragbare Infektionen testen.

Es fehlen 30.000 Euro für den Ausbau des Test-Beratungs-Angebots

Das aktuelle Angebot kostet die Aidshilfe jedes Jahr rund 85.000 Euro an Eigenmitteln in der bestehenden Version. „Wenn wir pro Abend statt einem zwei Ärzte einsetzen, würde uns das 20.000 Euro mehr kosten. Würden wir nicht nur an vier Abenden, sondern an fünf Tagen öffnen, würde das Mehrkosten von 9.900 Euro zur Folge haben“, so Sauer weiter.

Diese Angebotserweiterung kann die Aidshilfe aktuell nur durch die finanzielle Unterstützung der Kölner Stadtgesellschaft, der Community und Sponsoren leisten. Die Aidshilfe Köln könnte durch eine Erweiterung rund 5.900 zusätzliche Personen (insgesamt also 9.100 Menschen pro Jahr) erreichen und somit allein in Köln das Risiko auf sexuell übertragbare Infektionen um ein Vielfaches reduzieren.

„Der Checkpoint ist eine Erfolgsgeschichte, doch wir müssen mitwachsen, um der Nachfrage gerecht zu werden. Sonst können wir das Projekt über kurz oder lang nicht fortführen. Deswegen hoffen wir auf eine breite Unterstützung“, so Pressesprecher Erik Sauer.

Die Aidshilfe startet die Kampagne Anfang Juni mit einem Mailing an Sponsoren und langjährige Unterstützer_innen, flankiert von einem digitalen Auftritt auf der Homepage und den sozialen Netzwerken. Darüber hinaus wird es einen aufmerksamkeitsstarken Standauftritt während des ColognePride-Wochenendes geben, wo auch die Spendensammlergruppe aktiv sein wird. Außerdem versucht die Aidshilfe, Promis, Vertreter_innen aus der Politik und Community zu gewinnen, die die Aktion unterstützen und auch am Stand vorbeischauen werden.  Spender_innen über 500 Euro werden namentlich am Stand der Aidshilfe Köln während des ColognePride-Wochenendes und auf der Homepage abgebildet. So hofft die Aidshilfe, die benötigten Mittel zu generieren, um das Checkpoint-Angebot der Nachfrage entsprechend ausbauen zu können. Jede Spende zählt.

Spendenkonto:

Bank für Sozialwirtschaft

Verwendungszweck: Checkpoint /CSD 2018

IBAN:  DE51 3702 0500 0007 0160 00

2018-06-14T14:00:21+00:00