

Die Krankheit Aids hat in den letzten 30 Jahren viele, vor allem junge Menschenleben gefordert und damit auch indirekt Einfluss auf die Erinnerungs- und Trauerkultur in Deutschland genommen. Die hauptbetroffenen Gruppen – schwule Männer, Drogengebraucher/innen, Sexarbeiter/innen und Migranten/innen – waren plötzlich eine Schicksalsgemeinschaft. Aus dieser sind im Laufe der Jahre spezifische Erinnerungsrituale entstanden, oft jenseits und zusätzlich zu der traditionellen christlichen Begräbniskultur.

Die Kunstinstallation "Namen und Steine" ist dem Andenken an Menschen gewidmet, die in den letzten Jahrzehnten an den Folgen von Aids starben. Ihre Namen sind in Pflastersteine eingeschrieben, die in eine Installation im öffentlichen Raum eingebettet sind. Die Kölner Kunstinstallation und Gedenkstätte befindet sich in der Markmannsgasse in der Kölner Altstadt. Über 90 Stenie mit Namen von an Aids verstorbenen Menschen sin in den vergangenen Jahren in das "Kalte Eck" eingelassen worden. Und jedes Jahr kommen neue hinzu.
Am 28. Juni während des diesjährigen Colognepride werden wieder neue Namenssteine eingelassen. Lebenspartner, Freunde, Angehörige oder Arbeitskollegen, die einen Namensstein für einen an Aids Verstorbenen vom Künstler Tom Fecht anfertigen lassen möchten, können sich bis zum 15. April 2013 bei der Aidshilfe Köln unter info@aidshilfe-koeln.de melden. Die Aidshilfe veranlasst die Steinanfertigung, die Einlassung in die Kölner Kunstinstallation Markmannsgasse / Ecke Rheinufer und organisiert die Gedenkfeier. Die Kosten für die Steinanfertigung belaufen sich auf 178,50 Euro.
Die Nacht der Solidarität wird alljährlich im Juni vom „Aktionsbündnis gegen Aids“ durchgeführt. 2002 in Wesseling bei Bonn gegründet, ist das Aktionsbündnis heute ein bundesweiter Zusammenschluss von über 70 kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen der Aids- und Entwicklungszusammenarbeit sowie von mehr als 200 Basisgruppen. Gemeinsam soll Politik und Pharmaindustrie stärker in die Verantwortung für den Kampf gegen HIV und Aids genommen werden. Bundesweit finden in über 80 Städten zur "Nacht der Solidarität" Veranstaltungen und Aktionen statt. In Köln organisieren u.a. die Aidswaisen China, die Unicef- Hochschulgruppe und die Aidshilfe Köln einen SMARTMOP auf einem öffentlichen Platz.

Bei der Aktion "Kerzenlichter gegen das Vergessen" trifft man tausende Menschen mit Kerzen in der Hand in überwiegend besinnlich-ruhiger Stimmung, viele offensichtlich bewegt. "Kerzenlichter gegen das Vergessen" ist eine Tradition geworden und findet seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit dem KLuST am CSD-Samstag auf der Hauptbühne des CSD-Straßenfestes statt. Die Veranstaltung trägt dazu bei, sich an die verstorbenen Freunde inmitten einer riesigen Party gemeinsam zu erinnern.
In der "Nacht der Lichter" wird der Menschen gedacht, die an Aids leiden oder daran gestorben sind. Für die einen ist diese Nacht ein Symbol für menschliche Solidarität angesichts des Leidens und der Angst. Für die Angehörigen und Freunde der Verstorbenen soll sie eine Zeit des Gedenkens, der Erinnerung, der Dankbarkeit für die gemeinsame Wegstrecke des Lebens und der Hoffnung sein. Die Organisatoren des Arbeitskreis AIDS Köln e.V. greifen in jedem Jahr neue Kunstformen auf. Die "Nacht der Lichter" bietet Gelegenheit zu persönlichem Gedenken in Gemeinschaft mit anderen. Dies geschieht jährlich zum Welt-Aids-Tag überwiegend in Stille in der Zeit von 18 Uhr bis 24 Uhr in der Kölner Trinitatiskirche am Filzengraben. Mehr Informationen unter www.nachtderlichter.de.