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Tripper (Gonorrhö) und Test2017-04-18T12:07:18+00:00

Tripper (Gonorrhö)

Gonokokken, die Erreger der Gonorrhö (Tripper) sind Bakterien, die sehr leicht beim Sex übertragen werden. Sie führen zu Entzündungen und Schädigungen der Schleimhäute.

Diese Infektionen gehören zu den weltweit am häufigsten vorkommenden sexuell übertragbaren Infektionen überhaupt. Die Zahl der Neuansteckungen ist in Europa in den letzten Jahren deutlich gestiegen, dies gilt mit höchster Wahrscheinlichkeit auch für Deutschland.

Gonokokken werden über den direkten Kontakt von Schleimhäuten und/oder durch infizierte Körperflüssigkeiten übertragen. Die Erreger können daher auch an fast allen Schleimhäuten zu einer Entzündung führen (Rachen, Harnröhre, Vagina, Enddarm und seltener auch die Schleimhaut des Auges). Je nach betroffener Schleimhaut verläuft die Entzündung mehrheitlich ohne oder nur mit milden, beziehungsweise uneindeutigen Krankheitszeichen. Falls es zu Symptomen kommt, treten diese innerhalb von drei Tagen bis zu einer Woche nach der Ansteckung auf.

Bei einer Entzündung der Harnröhre zeigen sich bei Männern und Frauen häufig Jucken, Brennen und Schmerzen beim Pinkeln, in einigen Fällen kommt es zu manchmal eitrigem Ausfluss.

Ist der Rachen betroffen, zeigen sich so gut wie nie Symptome, nur sehr Wenige klagen über Halsschmerzen wie bei einer beginnenden Erkältung.

Eine Ansteckung des Enddarms verläuft in 80 – 90 % der Fälle ohne Symptome und die Erkrankung wird deshalb gar nicht erst bemerkt. Selten kommt es zu Jucken, Brennen oder schleimig/eitrigen Beimengungen im Stuhl.

Auch wenn die Erkrankung ohne Symptome verläuft, können die Bakterien die Schleimhäute stark schädigen und zu Spätfolgen führen. Zudem können die Erreger auf die Sexpartner und Sexpartnerinnen übertragen werden.

Bei Männern können unbehandelte Infektionen der Harnröhre „aufsteigen“ und zu einer Entzündung der Prostata oder der Nebenhoden führen. Wenn die Erreger in die Samenleiter gelangen, können Verklebungen entstehen, die in der Folge zu Unfruchtbarkeit führen können.

Bei Frauen kann eine unbehandelte Infektion ebenfalls Unfruchtbarkeit verursachen, wenn es über eine aufsteigende Infektion des Gebärmutterhalses und der Gebärmutter zu Verklebungen der Eileiter kommt.

Die Bakterien werden über die Schleimhäute sehr leicht beim Sex übertragen. So kann es beim direkten Kontakt dieser Schleimhäute, also beim Oralverkehr, beim Vaginal- und Analverkehr oder beim Rimming zu einer Ansteckung kommen. Die Erreger können aber auch über Umwege (z.B. die Hände oder gemeinsam benutzte Sextoys, denen die Erreger anhaften) übertragen werden, wenn diese in Kontakt mit den Schleimhäuten gelangen. Aufgrund der vielfältigen Übertragungswege ist das Ansteckungsrisiko sehr hoch: Statistisch führt jeder zweite Sexkontakt mit einer infizierten Person zu einer Übertragung.

Kondome senken das Risiko einer Ansteckung beim Vaginal- und Analverkehr um etwa 40 – 60 %, können es aber nicht zuverlässig verhindern. Für jeden Partner/jede Partnerin ein neues Kondom verwenden!
Bei einer Gonorrhö treten – je nachdem welche Schleimhäute betroffenen sind – nur selten Krankheitszeichen auf. Daher sind regelmäßige Tests für Menschen mit wechselnden Sexpartnern der beste „Schutz“.

Es gibt mehrere Methoden, wie eine Infektion festgestellt werden kann. Eines der sichersten und besten Verfahren wird „Nukleinsäure amplifizierende Technik“ (NAT) genannt. Hierbei weist man die Erbsubstanz des Erregers nach. 

Eine Gonokokken-Infektion wird mit Antibiotika behandelt. Auf Sex muss man bis zum Abschluss der – meist kurzen – Behandlung verzichten. Es ist wichtig, alle Sexualpartner und Sexualpartnerinnen der letzten 2 Monate zu informieren, damit sie sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.

Bei festen Partnern oder Partnerinnen sollten diese unbedingt mitbehandelt werden. Ansonsten können die Erreger immer wieder hin- und herwechseln und zum Wideraufflammen der Erkrankung führen (so genannte „Ping-Pong-Infektionen“).

Eine Gonorrhö erhöht bei HIV-Negativen das Risiko für eine Ansteckung mit HIV. Durch die Entzündung und die damit verbundene Schädigung der Schleimhäute werden diese durchlässiger für HIV.

Haben sich unbehandelte HIV-Positive mit einer Gonorrhö angesteckt, reichert sich HIV in den entzündeten Schleimhäuten an und kann dann leichter übertragen werden. Auch der Ausfluss bei einer Gonorrhö kann große Mengen an HIV enthalten.

Test auf Gonorrhö in unserem Checkpoint

Das sicherste und schnellste Verfahren um eine Ansteckung mit Gonokokken (Tripperbakterien) zu erkennen wird „Nukleinsäure amplifizierende Technik“ (NAT) genannt. Hierbei wird die Erbsubstanz des Erregers nachgewiesen.

Je nachdem welche Schleimhäute beim Sex beteiligt waren, muss hierzu entweder ein Abstrich genommen oder eine Urinuntersuchung mit Erststrahlurin durchgeführt werden. Mit Erststrahlurin wird der Urin bezeichnet, der beim Pinkeln ganz zu Beginn kommt. Dies ist deshalb wichtig, weil die Erreger-Konzentration dann am höchsten ist. Bei einem Abstrich wird mit einem Wattestäbchen etwas Zellmaterial von den jeweiligen Schleimhäuten abgenommen.

In ca. 20 -50 % der Fälle liegt zusätzlich zur Gonorrhö eine Chlamydien-Infektion vor. Daher werden die entnommenen Proben von uns auch gleichzeitig auf Chlamydien mituntersucht.

  • Schwule Männer und Männer, die Sex mit Männern haben (MSM)
    Bei großen stichprobenhaften Untersuchungen von beschwerdefreien MSM wurden bei 15% eine Gonokokken- (Tripper) / Chlamydien- Infektion des Enddarms oder Rachens festgestellt. Bei weiteren 5% konnten die Erreger auch in der Harnröhre nachgewiesen werden.
  • HIV-positive Männer, die Sex mit Männern haben, sind aktuellen Untersuchungen zufolge sehr viel häufiger von einer Gonorrhö betroffen. Sie sollten sich deshalb in jedem Fall regelmäßig testen und gegebenenfalls behandeln lassen.
  • Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen

Die Tripper-Bakterien lassen sich bereits wenige Tage nach einer Übertragung nachweisen. Dies liegt daran, dass mit dem speziellen Testverfahren das Erbgut des Erregers direkt nachgewiesen wird und nicht – wie bei einigen anderen Tests – die Bildung von Antikörpern gegen den Erreger abgewartet werden muss.

Je nachdem welche Schleimhäute beim Sex beteiligt waren, sollte entweder ein Abstrich (Rachen und/oder Enddarm) genommen und/oder bei Verdacht auf eine Entzündung der Harnröhre eine Urinuntersuchung mit Erststrahlurin durchgeführt werden.
Nicht immer ist es notwendig, alle Untersuchungen durchzuführen. Welche Art der Untersuchung in deiner speziellen Situation empfehlenswert ist, kannst du mit deinem Berater / deiner Beraterin klären.

Bei einer Abstrichuntersuchung wird von unserem Arzt/unserer Ärztin mit einem Wattestäbchen etwas Zellmaterial von der Schleimhaut „abgestrichen“. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft und muss dir nicht peinlich sein.

Für die Urinuntersuchung brauchen wir Erststrahlurin, das heißt der Urin, der beim Pinkeln zu Beginn kommt. Dies ist deshalb wichtig, weil die Erreger-Konzentration hier am höchsten ist. Am besten ist es, wenn du vorher ungefähr 1,5 Stunde nicht pinkeln warst.

Das Ergebnis der Tests können wir dir am Dienstag in der Folgewoche nach der Laboruntersuchung mitteilen. Für dich ist es am bequemsten, wenn wir dir das Ergebnis an deine Email-Adresse schicken. Du kannst es aber auch zu den regulären Öffnungszeiten ab dienstags der Folgewoche in der Pippinstraße erfragen. Hierzu ist es unbedingt notwendig, dass du dir dein Testkürzel merkst. Ansonsten lassen sich die Laborbefunde von uns nicht mehr zuordnen. Wenn du sagst, dass du nur ein Ergebnis abholen möchtest, musst du nicht lange warten.

Wenn Tripper-Bakterien nachgewiesen wurden, solltest du dich möglichst schnell in ärztliche Behandlung begeben. Geeignete Ansprechpartner sind beispielsweise Ärzte und Ärztinnen der Fachgebiete „Haut und Geschlechtskrankheiten“ (Venerologie), „Allgemeinmedizin“ oder „Frauenheilkunde“. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika. Da in den letzten Jahren vermehrt Gonokokken-Stämme auftauchen, die bereits gegen bestimmte Medikamente unempfindlich geworden sind, werden bei der Behandlung meist zwei Antibiotika kombiniert. Der Behandlungserfolg sollte kontrolliert werden, am besten fragst du deinen Arzt/ deine Ärztin danach.
Auf Sex muss man bis zum Abschluss der – meist kurzen – Behandlung verzichten.

Es ist wichtig, dass du alle Sexualpartner und Sexualpartnerinnen der letzten 2 Monate informierst, damit sie sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen können.

Bei festen Partnern oder Partnerinnen sollten diese unbedingt mitbehandelt werden, auch wenn sie keine Symptome haben. Ansonsten können die Erreger immer wieder hin- und herwechseln und zum Wideraufflammen der Erkrankung führen (so genannte „Ping-Pong-Infektionen“).