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FAQ – HIV Schnelltest2017-03-29T10:18:05+00:00

FAQ: HIV-Test 

Über 13.000 Menschen in Deutschland wissen noch nichts davon, dass sie sich bereits mit HIV angesteckt haben.
Du hattest einen riskanten Sexkontakt? Dich sorgen verdächtige Krankheitszeichen? Du möchtest mit deiner Partnerin/deinem Partner auf Kondome verzichten? Du willst einfach nur sichergehen? Die Gründe für einen HIV-Test können sehr vielfältig sein …

Ein HIV-Test schafft Klarheit: Fällt er negativ aus, brauchst du dich nicht länger sorgen. Hast du dich angesteckt, bringt es gesundheitliche Vorteile mit sich, darüber Bescheid zu wissen: Eine rechtzeitig begonnene Therapie verhindert, dass dein Immunsystem durch HIV schweren Schaden nimmt. Ein zu später Therapiestart kann hingegen Lebensqualität und -jahre kosten. Das Immunsystem ist dann möglicherweise schon so nachhaltig geschädigt, dass es selbst durch die Unterstützung von Medikamenten nicht mehr richtig funktioniert.

Immer dann, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Ansteckung besteht. Das ist meistens dann der Fall, wenn du ungeschützten Anal- oder Vaginalverkehr mit einem Partner oder einer Partnerin hattest, der oder die HIV-positiv sein könnte (und bei dem die HIV-Vermehrung nicht durch Medikamente unterdrückt wird).
Als Routinecheck solltest du dich bei wechselnden Sex-Partner/innen mindestens einmal jährlich auf HIV testen lassen.

Lässt man sich in der Arztpraxis testen, wird der Test und die Ergebnisse in die Patientenakte eingetragen und der Krankenkasse mitgeteilt, man ist also nicht mehr anonym.

Ein „aktenkundiges“ positives Testergebnis kann weitreichende und folgenschwere Konsequenzen haben, beispielsweise bei späteren Versicherungsabschlüssen. So sind Menschen bei denen HIV festgestellt worden ist, noch immer von Berufsunfähigkeitsversicherungen und den meisten Lebensversicherungen ausgeschlossen.

Wenn du die Kontrolle über deinen Test und ein möglicherweise positives Ergebnis behalten möchtest, solltest du dich daher anonym testen lassen.

Nein, den brauchst du nicht. Jeder kann während der normalen Öffnungszeiten vorbeikommen. Bitte beachte: Wartezeiten lassen sich nicht immer vermeiden. Am besten bringst du anderthalb Stunden Zeit mit. Aktuelle Zeitschriften und Getränke verkürzen dir die Wartezeit.

Die von uns durchgeführten HIV-Tests sind Bluttests. Für den HIV-Schnelltest benötigen wir nur einen Tropfen Blut. Den kleinen Piekser in die Fingerkuppe, der dafür notwendig ist, bemerken die meisten nicht einmal. Das Ergebnis erhältst du noch am selben Abend, nach einer Wartezeit von etwa 45 Minuten.

Für den HIV-Labortest benötigen wir etwas mehr Blut, das unserer Arzt/ unsere Ärztin aus der Vene entnimmt. Das Ergebnis erhältst du ab Montag der Folgewoche persönlich im Checkpoint.

Die Tests und Untersuchungen werden von einem Arzt/ einer Ärztin durchgeführt. Für die Beratungen sind (Sozial-)Pädagogen und -innen zuständig. Unsere ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen nehmen dich in Empfang, erklären dir den Ablauf und sind bei Fragen kompetente Ansprechpartner.

Ein persönliches Gespräch mit einer Beraterin/ einem Berater hilft dir deine Risiken besser einzuschätzen und zu entscheiden, ob ein Test zum gegenwärtigen Zeitpunkt sinnvoll ist. Manchmal ist einfach noch zu wenig Zeit vergangen, so dass der Test momentan noch keine klare Aussage treffen kann. Oder es bestehen Unklarheiten, welcher Test in deiner speziellen Situation der richtige ist. In der Beratung können wir solche und andere Fragen gemeinsam klären.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Bei einem Labortest wird dir Blut abgenommen und zur Untersuchung eingeschickt. Das Ergebnis erhältst du ab Montag der Folgewoche persönlich im Checkpoint. Fällt der erste Test positiv aus, erfolgt in der Zwischenzeit die Gegenkontrolle mit einem weiteren Testverfahren (so genannter „Bestätigungstest“). So wird sichergestellt, dass der erste Test kein falsches Ergebnis geliefert hat, was in extrem seltenen Fällen vorkommen kann.

Bei einem Schnelltest liegt ein sicheres negatives Ergebnis bereits nach 30 Minuten vor. Schlägt der Test an („reaktives Testergebnis“) wird auch hier zur Absicherung ein Bestätigungstest im Labor durchgeführt.

In ganz speziellen Situationen bieten wir auch einen HIV-PCR-Test an. (Siehe dazu auch die Frage weiter unten!)

Die Testverfahren sind in den letzten Jahren soweit verbessert worden, dass es nun auch möglich ist, ca.30 Minuten nach der Blutentnahme ein sicheres negatives Ergebnis zu bekommen.

Achtung Verwechslungsgefahr: „Schnell“ bedeutet nicht, dass man sich nach einem Risikokontakt früher testen lassen kann, sondern nur, dass man nach dem Test auf das Ergebnis nicht so lange warten muss.

Egal ob du dich für den Schnelltest oder einen Labortest entscheidest, die Ergebnisse sind sehr, sehr sicher. Für alle von uns durchgeführten HIV-Tests gilt: Bei einem positivem Ergebnis erfolgt zu deiner Sicherheit immer eine Kontrolle mit einem weiteren Test („Bestätigungstest“). Bei einem negativen Schnelltestergebnis sind keine weiteren Maßnahmen notwendig.

Labor- und Schnelltest unterscheiden sich lediglich in Bezug auf den Zeitraum nachdem nach einem Risikokontakt eine HIV-Infektion sicher ausgeschlossen werden kann. (so genanntes „Diagnostische Fenster“; siehe nächste Frage)

Die Zuverlässigkeit des von uns durchgeführten HIV-Schnelltests wird jedes Jahr aufs Neue von einem unabhängigen Institut kontrolliert. Im Checkpoint kommen ausschließlich Schnelltests zum Einsatz, die diese strenge Qualitätskontrolle erfolgreich durchlaufen haben.

In den meisten Fällen soll mit einem HIV-Test sicher ausgeschlossen werden, dass man sich bei einem Risikokontakt mit HIV angesteckt hat. In diesem Fall gilt es, bestimmte Fristen einzuhalten:

Ein negatives Testergebnis eines Labortests kann nach 6 Wochen eine Infektion mit Sicherheit ausschließen. Bei einem Schnelltest beträgt die Wartezeit 12 Wochen nach dem Risikokontakt um eine Ansteckung sicher auszuschließen. Diese Zeitspanne von 6 beziehungsweise 12 Wochen wird als „Diagnostisches Fenster“ bezeichnet.

In vielen Fällen ist es bereits früher möglich, eine HIV-Infektion nachzuweisen. Daher kann es in einigen Fällen unter Umständen sinnvoll sein schon vor Ablauf der oben genannten Fristen zu testen, beispielsweise wenn deutliche Symptome für eine frische HIV-Infektion vorliegen. Zum sicheren Ausschluss einer Ansteckung muss dann aber 6 bzw. 12 Wochen nach dem Risikokontakt noch einmal „nachgetestet“ werden.

Wichtig: Wenn du dich nach einem HIV-Risiko innerhalb des „Diagnostischen Fensters“ testen lässt und ein negatives Ergebnis erhältst, kann dabei eine frische Infektion übersehen werden.

Bei einem positiven Schnelltestergebnis spricht man erstmal von einem „reaktiven Testergebnis“, da es auf Antikörper gegen HIV im Blut reagiert hat. In dem Fall wird vom Arzt/ von der Ärztin ein Röhrchen Blut aus der Armbeuge abgenommen. Die Blutprobe wird sofort in ein Labor geschickt. Dort wird ein so genannter Bestätigungstest mit einem anderen Verfahren durchgeführt. Erst wenn dieser positiv ist, ist das Testergebnis bestätigt positiv. Das Ergebnis des Bestätigungstests liegt dann am kommenden Montag vor und wird dir in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Diese Ergebnisbesprechung findet außerhalb unseres normalen Testbetriebes statt. So haben wir die Möglichkeit alle anstehenden Fragen in Ruhe zu klären und dich bei der Planung der nächsten Schritte zu unterstützen. Wenn du es möchtest, vermitteln wir auch den Kontakt zum Beratungsteam der Aidshilfe Köln oder zu anderen Einrichtungen, die dich auf deinem weiteren Weg begleiten. Die Kollegen und Kolleginnen der Aidshilfe Köln stehen dir auch während der Wartezeit auf das Ergebnis des Bestätigungstests telefonisch oder persönlich als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Anders als der Schnell- oder Labortest, weist ein PCR-Test nicht Antikörper gegen HIV nach, sondern das Virus selbst. Der Nachweis von HIV ist in vielen Fällen schon 15 Tage nach der Infektion möglich. Der PCR-Test kommt bei uns ausschließlich bei Verdacht auf eine sehr frische HIV-Infektion zum Einsatz, zum Beispiel wenn deutliche Symptome vorhanden sind. Als „schnellere Alternative“ zum normalen HIV-Antikörpertest ist er nicht geeignet. Denn sicher ausschließen, dass eine HIV-Infektion vorliegt, kann dieser Test auch mehrere Wochen nach einem Risikokontakt nicht. Dies liegt unter anderem daran, dass die Virusvermehrung nach einer Ansteckung von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich verläuft.

Im Internet werden oft HIV-Tests für den Gebrauch zu Hause angeboten. Versendet werden sie meist vom Ausland aus, denn der Verkauf an Privatpersonen ist in Deutschland verboten. Aus gutem Grund, denn zum einen fehlen bei den angebotenen Heimtests offizielle Zulassungen und Qualitätskontrollen. Zum anderen ist die Fehlerquote sehr hoch und schon kleinste Anwendungsfehler können zu falschen (positiven wie negativen) Ergebnissen führen.

Hinzu kommt: Schlägt der Test an, muss das Ergebnis immer erst mit einem zweiten Testverfahren gegengecheckt werden bevor es aussagekräftig ist. Bei einem Heimtest wird man unmittelbar und ohne Beratung mit einem – möglicherweise noch falschen – Ergebnis konfrontiert. Daher raten wir dringend von solchen Tests aus dem Internet ab.