Wie geil ist das denn?!
Happy-Sexlife-Workshops im Checkpoint

Sex ist alles Mögliche: Spaß, Suche, Geilheit, Verwirrung, Ware, Lust, Genuss, Nervenkitzel, Heimathafen, Beziehung, Lieblingshobby, Zeitvertreib …

Im Sexuellen wird Schwulen und bisexuellen Männern Promiskuität, wilder Sex, sexuelle Subkultur und Freizügigkeit nachgesagt – und wiederum von Schwulen und Bisexuellen gelebt und zelebriert.

Ohne Zweifel erhöhen lustvoller Sex und sexuelle Zufriedenheit unseren Lebensgenuss und unsere Lebensqualität. Eine Selbstverständlichkeit ist ein „Happy-Sexlife“ aber dennoch keineswegs. Doch auch am eigenen sexuellen Glück lässt sich schmieden!

In der Workshop-Reihe „Wie geil ist das denn?!“ finden sexualpädagogische Workshops für und mit schwulen und bisexuellen Männern statt. In kleiner Runde, moderiert und mit interaktiven sowie reflexiven Methoden wollen wir vor allem eines: (feucht-)fröhlich miteinander ins Gespräch kommen! Über schwule Sexualität, schwules Leben, schwule Szene, über das Suchen, Finden, Kommen und Wollen.

Die kostenfreien Workshops richten sich an Schwule und Bisexuelle ab 18 Jahren. Körperübungen und sexuelle Handlungen finden in den Workshops nicht statt!

Anmeldung über checkpoint@aidshilfe-koeln.de
Gefördert durch die Lebenshaus-Stiftung

Workshop-Termine 2019

2020: Weitere Termine
In der Aidshilfe Köln und Umgebung

Derzeit planen wir eine neue Workshopreihe.

Interview mit Marco Kammholz, Sexualpädagoge (gsp)

Marco Kammholz, Sexualpädagoge (gsp)

Der Checkpoint der Aidshilfe Köln bietet gemeinsam mit Marco Kammholz eine ganze Reihe neuer Workshops an. Der Sexualpädagoge steht für lustbetonende und originelle Workshop-Formate. Wir haben für euch nachgefragt.

Deine Reihe mit dem Checkpoint trägt den Titel ‚Wie geil ist das denn?!‘. Was kann man sich darunter vorstellen?

Zunächst einmal kann man sich darunter unendlich viel vorstellen. Denn was Leute geil finden, geht wirklich gegen unendlich! Mit den ‚Happy-Sexlife-Workshops‘ machen wir sexuelle Phänomene zum Thema, die schwule und bisexuelle Männer und die Szene beschäftigen. Die kostenfreien Workshops gehen jeweils etwa vier Stunden, teilnehmen können bis zu 15 Personen, 18 Jahre alt sollte man sein.

Und welche Themen kommen dann in den Workshops vor?

Wir legen direkt mit Analverkehr los! Aber natürlich nicht im praktischen Sinne. Bei den Workshops finden keine sexuellen Handlungen statt. Aber es geht um sexuelle Sprache, sexuelle Rollen, Anatomie und Tipps&Tricks rund um das Thema Analverkehr. Die zweite Veranstaltung widmet sich schwulem Sex- und Cruising-Orten, die ja wahlweise angehimmelt oder verteufelt werden. Dafür treffen wir uns auch direkt vor Ort in der Station2b. Im folgenden Workshop geht es um die liebe Lust und die ganz und gar nicht uninteressante Frage: „Worin bin ich sexuell richtig gut?“. Nicht zuletzt wollen wir uns dem „Bettgeflüster“, also sexuelle Kommunikation widmen. Wie finde ich die richtigen Worte, die weder peinlich noch gestelzt klingen, damit ich im Bett nicht sprachlos bleiben muss? Und auch wenn es schwule oder Bi-Männer vielleicht nicht mehr hören können: Wir kommen beim Thema Sex nicht darum herum, auch über Schutz zu sprechen, zu verhandeln oder zu streiten. Verändern hier neue Schutzstrategien wie etwa die PrEP unsere sexuelle Kommunikation?

Was beabsichtigt ihr mit der Reihe und den Workshops?

Ein kluger Kopf schrieb einmal: „Sexualität ist ein Wert an sich!“. Sich über das Wertvolle und Wichtige, aber auch über Zweifel und Fragen rund um Sex auszutauschen, lohnt sich in jedem Fall. Mit der Reihe wollen wir natürlich unseren Beitrag dazu leisten, dass Schwule miteinander zu schwuler Sexualität und schwulem Leben ins Gespräch kommen. Vor allem der schwulen Szene wird, nicht zu Unrecht, Promiskuität, wilder Sex und Freizügigkeit nachgesagt – schämen sollte man sich dafür jedenfalls nicht! Sich mit anderen Männern zu schwuler Sexualität und auch zur eigenen Sexualität auszutauschen, das kann sich tatsächlich lohnen. Und in gewisser Weise auch ein Teil von sexuellem Glück und eines ‚Happy Sexlife‘ sein – oder zumindest dazu verhelfen!

Marco, du bist Sexualpädagoge. Direkt gefragt: wie und warum wird man das denn bitte?

Sexualpädagog*innen machen nicht mehr als, dass sie das Thema Sexualität, in all seinen Facetten, in pädagogischen Angeboten thematisieren. Soll heißen: „Drüber reden“ und etwas dabei lernen! Vermutlich sind diejenigen Pädagog*innen sexualpädagogisch tätig, die sich besonders für Sexualität und eben die sexuelle Bildung ihrer Zielgruppen interessieren. Sich sexuell zu bilden, heißt selbstverständlich auch, sich für sich selbst zu interessieren. Man muss sich schon kennenlernen wollen, um andere dazu einladen zu können, über ihre Sexualität nachzudenken. Ist meine eigene Sexualität dadurch besonders außergewöhnlich? Vermutlich nicht. Bin ich deshalb besonders schamlos? Ganz und gar nicht! Macht das meine pädagogische Arbeit spannender? Absolut!